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Stimmung der Wirtschaft bricht deutlich ein

Stimmung der Wirtschaft bricht deutlich ein

Krieg in der Ukraine, Energiekrise, Lieferkettenprobleme und Fachkräftemangel: Vor allem wegen dieser tristen Rahmenbedingungen bricht die Stimmung der mittelfränkischen Wirtschaft ein. Das zeigt der Konjunkturklima-Index der IHK-Nürnberg. Damit findet die erwartete konjunkturelle Erholung, die sich bei der letzten IHK-Befragung im Frühjahr abgezeichnet hatte, ein abruptes Ende. Der Index fällt um 30 Punkte und liegt nun bei 85 Punkten. Dieses niedrige Niveau hatte er zuletzt Anfang 2021 bei einem Höhepunkt der Corona-Pandemie. Beim ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 lag das Stimmungstief allerdings bei 70 Punkten.

„Durch die explodierenden Energiepreise und die Zweifel an der Versorgungssicherheit sehen sich viele Unternehmen existenziell gefährdet“, so IHK-Präsident Armin Zitzmann. Beim Blick auf die nächsten Monate greift jedoch über alle Branchen hinweg eine pessimistische Stimmung um sich.

Die starken Preissteigerungen sind derzeit der bedeutendste Grund für den Abwärtstrend: So gaben 57 Prozent der Unternehmen an, dass die Teuerungen bei der Energie ihr Geschäft erheblich hemmen. Insgesamt nannten die Befragten die Preissprünge als größtes Risiko, gefolgt von der schwache Inlandsnachfrage. Von Platz 3 grüßt der altbekannte Fachkräftemangel, der die Firmen als konstantes Problem begleitet. Die Politik sei gefordert, für die Versorgungssicherheit mit Energie und Rohstoffen zu sorgen und sich dabei an den vor Kurzem vorgelegten Vorschlägen der Gaspreis-Kommission zu orientieren.

Auffällig sind die vergleichbar geringen Finanzierungssorgen, die möglicherweise auf gefüllten Kassen sowie gekürzten Investitionsplänen verweisen. Das dicke Ende könnte aber noch kommen. Das Münchner Ifo-Institut identifizierte eine schwierigere Kreditbeschaffung für Unternehmen. Ein Viertel der Betriebe, die gerade mit ihren Banken Kredite verhandeln, berichtet von Zurückhaltung der Geldhäuser. Dies ist der höchste Wert seit 2017. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. „Die aktuell ungünstige wirtschaftliche Entwicklung lässt die Banken vorsichtiger werden“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Am stärksten betroffen sind die Kleinstunternehmen und Soloselbständigen. Hier berichtete rund jede zweite kreditsuchende Firma, dass es schwierig ist, an Kredite zu kommen.

nue-news.de IHK: Wirtschaft unter Druck mit Zuversicht, nue-news.de: Handwerkskammer besorgt um Mitgliedsbetriebe