GfK: Kaufkraft steigt 2022 auf 24.807 Euro

589 Einkommensmillionäre in Mittelfranken

Es klingt wie eine frohe Botschaft zur pandemischen Weihnachtszeit. Der Nürnberger Konsumforscher GfK prognostiziert den Deutschen ein deutliches Plus im Geldbeutel. Demnach steigt die Kaufkraft im kommenden Jahr auf im Durchschnitt 24.807 Euro pro Kopf an. Dies entspricht rechnerisch einem deutlichen Plus von nominal 4,3 Prozent oder 1.013 Euro mehr pro Einwohner. Gesamtwirtschaftlich entspricht das einer bundesweiten Kaufkraft von 2.062 Milliarden Euro für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen.

Unter der Kaufkraft versteht man das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. Für das Plus sorgen steigende Löhne in vielen Branchen und höhere Renten. Außerdem rechnet die GfK mit Nachholeffekten in der Wirtschaft und geringeren Logistikprobleme.

Allerdings bremst die hohe Inflationsrate die Freude über mehr Geld in der Haushaltskasse. Im November lag die Inflationsrate bei üppigen 5,2 Prozent. „Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt vor fast 30 Jahren, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. „Im Juni 1992 hatte die Inflationsrate bei +5,8 Prozent gelegen.“

Der größte Preistreiber ist leichtes Heizöl. Gegenüber dem Vorjahresmonat verdoppelten sich die Kosten für eine Tankfüllung. In Summe kletterten die Verbraucherausgaben für Energie, also auch mit Benzin, Erdgas und Strom, von November bis November um immer noch stolze 22 Prozent. Bei den Nahrungsmitteln erhöhte sich insbesondere der Kassenbon von Fleisch und Fleischprodukten.

Auch die regionale Kaufkraftverteilung dämpft die Freude über die höhere Kaufkraft. Gut ist es für diejenigen, die in Bayern wohnen. Im Freistaat stehen den Einwohnern im Schnitt 26.936 Euro pro Kopf für Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung. Dieser Wert liegt knapp 9 Prozent über dem Durchschnitt der Bundesländer. Aber auch hier gibt es regionale Unterschiede. In Südbayern verfügen die Einwohner im Landkreis Starnberg voraussichtlich über 34.758. Landkreis und Stadtkreis München folgen auf Platz 2 und 3.

handelsblatt.com, nue-news.de: Inflationsrate in Bayern, nue-news.de: KKR prüft GfK-Verkauf