Disruptive Veränderungen im Einzelhandel

EU-Einzelhandel wächst 2021 um 6,8 Prozent

Der Einzelhandel befindet sich im Umbruch. Disruptive Veränderungen setzten dem Umsatz im stationären Geschäft deutlich zu. Dafür sorgen aktuell die wachsende Bedeutung verschiedener Verkaufskanäle, starke Preisschwankungen sowie instabile Lieferketten. Das konstatiert der Nürnberger Konsumforscher GfK. Demnach müssen Entscheider im Handel Veränderungen schnelle Adaptieren und entschieden Handeln.

Datengestützte Entscheidungen sind vor dem Hintergrund der disruptiven Veränderungen und einer zunehmend polarisierten Gesellschaft der einzige zukunftssichere Weg für den Handel. Michael Müller von der GfK kommentiert: „Corona hat die Digitalisierung im Handel um Jahre in die Zukunft katapultiert. Während der Pandemie haben über 80 Prozent aller Konsumenten ihr Einkaufsverhalten grundlegend verändert. Händler müssen jetzt mutige Entscheidungen treffen, um vor dem Hintergrund dieses Wandels nicht abgehängt zu werden.“

Der disruptive Wandel beim Kaufverhalten vollzieht sich an der Front Online versus Offline. Zu den Megatrends zählt der Marktforscher die sogenannte Customer Journey. Die altbekannten Kontaktpunkte mit den Kunden, vom Schaufenster, über Ladengestaltung und Beratung bis zu Service und Kasse, verlagern sich weiter auf die Online-Kanäle. So sanken in den letzten zwei Jahren die Besucherfrequenz in deutschen Innenstädten um mehr als ein Viertel. Zeitgleich wandert damit die Internetseite der Händler im Rahmen der Customer Journey innerhalb von nur zwei Jahren von Platz 5 auf Platz 1 der digitalen Touchpoints.

Innenstädte profitieren nicht vom Lockdown-Ende

Vom Ende des Lockdowns hat der stationäre Handel seit diesem Frühjahr nicht profitiert. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) profitierte der stationäre Einzelhandel von der Wiedereröffnung bisher kaum. Die Umsätze lagen von Mai bis September 2021 mit -0,2 Prozent in etwa auf dem Niveau des von coronabedingten Einschränkungen ebenfalls stark geprägten Vorjahreszeitraums.

Die wiedereröffneten Innenstädte beeindruckten den Boom des Internet- und Versandhandels nicht. Von Mai bis September dieses Jahres lagen die Umsätze in diesem Bereich real, kalender- und saisonbereinigt um 8,8 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Verglichen mit den Umsätzen von Mai bis September des Vor-Coronajahres 2019 konnte der Onlinehandel sogar 36 Prozent mehr umsetzen.

br.de: Online-Boom, nue-news.de: Bayerns Internethandel boomt, nue-news.de: GfK: Konsumklima fast auf Vorkrisenniveau