Datev bleibt auf Wachstumskurs

Datev bleibt auf Wachstumskurs

Im ersten Halbjahr 2021 bleibt die Nürnberger Genossenschaft Datev auf Wachstumskurs. Der Umsatz legt um 4,4 Prozent auf 594 Millionen Euro zu. Wie im vergangenen Jahr treiben cloudbezogene Angebote das Geschäft voran. Zum einen digitalisiert das Datev-Paket Unternehmen online die Zusammenarbeit zwischen Kanzleien und Unternehmen. Weitere 40.000 Firmen sind seit Jahresbeginn neu dabei. Zum anderen boomt das Datev-Portal Arbeitnehmer online. Im Juni erhalten erstmals mehr als zwei Millionen Arbeitnehmer einen rein digitalen Entgeltnachweis. Damit verdoppeln sich die Nutzer in weniger als zwei Jahren.

Die Datev ist eigentlich ein Softwaredienstleister für steuer- und rechtsberatende Berufe. Sie baut aber seit Jahren digitale Angebote aus und entpuppt sich als Treiber für digitalisierte Kanzleien und entsprechende Geschäftsprozesse. Dafür kommen seit Jahren immer mehr Anwendungen für „verteiltes Arbeiten, Interaktion in digitalen Ökosystemen und Kollaboration“ hinzu, sagt Vorstandschef Robert Mayr.

Sein Haus habe in der Pandemie weiterhin Stärke und Leistungsfähigkeit gezeigt und konnte so dem Berufsstand und der mittelständischen Wirtschaft in Deutschland eine echte Hilfe sein. Phasenweise richtet die Datev während des Lockdowns pro Woche über 10.000 mobile Arbeitsplätze bei Kunden ein.

Die gute Entwicklung ist bemerkenswert, weil noch Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren sind. Die Gesamtzahl der Lohn- und Gehaltsabrechnungen via Datev liegt mit 610.000 Abrechnungen unter dem ersten Halbjahr 2020. Außerdem führen beispielsweise die Fristverlängerung bei Steuererklärungen oder die geduldete spätere Offenlegung der Jahresabschlüsse zu verzögerten Umsatzeffekten.

Datev-KI bucht Belege

Als Highlight des ersten Halbjahres bezeichnet Mayr den Automatisierungsservice Rechnungen. Damit übernimmt eine Künstliche Intelligenz (KI) automatisiert Teile der Buchführung. Belege erhalten in der Datev-Cloud auf Basis früherer Vorgänge Buchungsvorschläge. Ist die KI unsicher, werden Anwender zur Klärung aufgefordert. Aus den Bestätigungen und Korrekturen lernt die KI kontinuierlich weiter. Das routinemäßige händische Erfassen von Ein- und Ausgangsrechnungen wird effizienter. Diese digitale Verarbeitung von Massendaten erledigt über eine Schnittstelle beispielsweise auch Paypal-Buchungen. Im zweiten Halbjahr kommt voraussichtlich eine Amazon-Schnittstelle hin.

Das Wachstum spiegelt sich auch auf der Mitarbeiterseite wider. Rund 100 Mitarbeiter sind im ersten Halbjahr 2021 neu an Bord. Damit liegt die Zahl der Beschäftigten zum 30. Juni bei 8202. 

br.de, nue-news: Datev 2020 erfolgreich, nue-news: Bär neu im Vorstand

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