Baubranche stärkt mittelfränkisches Handwerk

Baubranche stärkt mittelfränkisches Handwerk

Die robuste Baubranche stärkt weiterhin die Konjunktur des mittelfränkischen Handwerks. Im ersten Quartal 2022 beschrieben mehr als drei Viertel der Betriebe ihr Lage als befriedigend oder gut. Das ist gegenüber dem Vorjahresquartal noch einmal ein kleines Plus. Einerseits dürfte sich hier die Corona-Erholung widerspiegeln. Andererseits schlugen wahrscheinlich die Turbulenzen durch die russische Invasion in der Ukraine noch nicht richtig durch. „Dem Handwerk geht es immer noch gut“, resümiert der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken (HWK), Elmar Forster.  

Dabei zeichnen sich steigende Preise oder fehlende Vorprodukte schon seit vergangenem Jahr ab. Die Preissprünge nach oben haben sich zuletzt allerdings beschleunigt. Hinzu kommen die wachsenden Energiekosten sowie wackelige Lieferketten. Die Importverbote der EU etwa auch für russischen Holz wirken sich wohl eher mit Zeitverzögerung aus.

Im ersten Quartal zeigt sich die Baulust nach wie vor ungebrochen. positive Trend im Bauhauptgewerbe weiter fort. Das Haupthauptgewerbe führt bei der Stimmung ähnlich wie vor einem Jahr mit über 91 Prozent (zufrieden oder gut) an. Auch der Auftragsbestand liegt mit 16 Wochen deutlich über dem Durchschnitt aller Handwerksbetriebe. Selbst das von lückenhaften Lieferketten betroffene Ausbauhandwerk bewertet das erste Quartal noch überdurchschnittlich befriedigend oder gut.

Die globale Beschaffung, bislang immer günstig und just in time, wird absehbar nicht wieder zurück zur Normalität finden. Für die Handwerksbetriebe sieht Forster aktuell allerdings keine Alternative: „Wir befinden uns am Ende der Nahrungskette“. So beschreibt er die Abhängigkeit etwa von Vorprodukten aus China. Die allerdings stauen sich noch im weltgrößten Hafen in Shanghai. Mittelfristig bräuchte es aber einen „Umdenkungsprozess in der Gesellschaft“. Ähnlich wie etwa bei Masken in der Coronakrise sei auch eine andere Produktion vor Ort denkbar.

Betriebe mit robustem Ausblick

Der Ausblick der mittelfränkischen Handwerker ist ebenfalls noch überraschend positiv. 81 Prozent erwarten eine verbesserte oder gleiche Geschäftslage. Allerdings macht sich wieder der altbekannte Fachkräftemangel bemerkbar. Durch die Lockdowns fehlte der direkte Kontakt zum potenziellen Nachwuchs. „Ohne sie gibt es aber keine Energiewende und keine neuen Wohnungen“, spitzt HWK-Präsident Thomas Pirner zu. Und Forster schärft noch einmal nach: „Wir haben zu viel Mundwerker und zu wenig Handwerker.“

Das mittelfränkische Handwerk bezeichnet sich gern als Wirtschaftsmacht von nebenan. Die Kammer zählte zuletzt 21.200 Betriebe mit knapp 125.000 Mitarbeitern und 8.000 Azubis. Sie erwirtschafteten 2021 einem Umsatz von 12,9 Milliarden Euro.

nue-news.de Handwerk leidet an Rohstoffmangel, nue-news.de Statistik: Baupreise steigen zweistellig