Die unkalkulierbare Wirtschaftspolitik in den USA verhagelt auch den Mittelfranken das Geschäft. Insbesondere die gern von US-Präsident Trump geschwungene Zoll-Keule machen das Geschäft kaum noch kalkulierbar. Damit einher gehen Unsicherheiten, die den US-Dollar schwächen und damit US-Exporte tendenziell unterstützen. Insbesondere diese beiden Gründe haben der Fürther Simba Dickie Gruppe für gut 38 Millionen Euro weniger Geschäft gesorgt. Nur durch ein solides Wachstum in Europa sank der Gesamtumsatz nur um knapp drei Prozent auf 691 Millionen Euro.
Bereits im letzten Jahr diagnostizierte der deutsche Branchenverband der Spielwarenindustrie, DVSI, für die Mitgliedsunternehmen trübe Aussichten. Sie resultierten aus der lang anhaltenden schwächelnden Konjunktur und den strukturellen Probleme des Standortes Deutschland. Dazu gehören insbesondere die vergleichsweise hohen Energie- und Personalkosten. Gleichzeitig fluten chinesische Portale oftmals abseits europäischer Standards den Spielzeugmarkt. Laut DSVI belasteten auch der globale Protektionismus die Branchenstimmung.
Das Fürther Familienunternehmen belässt es aber nicht bei der Klage über die Lage. Vielmehr hat Firmenchef Florian Sieber seine Gruppe aus knapp 20 Marken aus strategischer Sicht verstärkt. Mit der Anteilsmehrheit an Sunny Days Entertainment will man in den USA als weltweit größter Spielwarenmarkt besser punkten. Der Spielwarenhändler aus South Carolina ist gerade einmal 16 Jahre alt und wächst seit Jahren um jährlich stattliche 25 Prozent. Zu der – ähnlich breiten Produktpalette wie Simba Dickie – gehören Babyartikel und Spielsets mit Tierfiguren. Es finden sich aber auch Rollenspielzeug und Impulsartikel sowie Outdoorartikel oder auch Kunststofffahrzeugen.
„Die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und die wahrscheinlich schnellsten Entwicklungszeiten für Neuheiten in der Branche sind wirklich bemerkenswert“, würdigt Sieber die Leistung von Gründer und CEO Melvin Wells. Bereits heute zählt Sunny Days Entertainment mit rund 150 Mitarbeiter gemessen am Umsatz zu den Top 20 Spielwarenunternehmen in den USA. „Die Simba Dickie Group wird sie dabei unterstützen, das Unternehmen auf das nächste Level zu bringen und das Wachstum fortzusetzen. Wir sehen großes Potenzial in den USA als auch international.“ Allerdings unterliegen auch hier viele Artikel der Trumpschen Zollpolitik. Ähnlich wie bei der Simba Dickie-Tochter Jada in Kalifornien greift auch Sunny Days auf die Fertigungsstätten für Spielzeug in China zurück.
Zur Gruppe im In- und Ausland gehören unter anderem der Bobbycar-Hersteller Big, Smoby, Majorette und Aquaplay oder auch Zoch, Scout und Exit Toys. Dafür beschäftigte Simba Dickie Ende 2025 weltweit 2.400 Mitarbeiter. Damit setzte sich der Personalabbau – diesmal um 200 Beschäftigte – weiter fort. In Deutschland sank die Zahl um rund 100 Mitarbeiter. Hier ist allerdings das Minus auf den Verkauf der Firma Heros GmbH & Co. KG, bei der ca. 100 Mitarbeiter beschäftigt waren. Darüber hinaus wurden insbesondere die Produktions- und Lagerkapazitäten an die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. In Deutschland waren Ende 2025 660 Mitarbeiter beschäftigt, das entspricht ca. 30% der Gesamtbelegschaft.
Für 2026 plant die Simba Dickie Group einen konsolidierten Gesamtumsatz in Höhe von 720 Millionen Euro. Das gelte trotz globaler Herausforderungen und unter der Annahme stabilerer US-Zölle. Das entspräche einem Umsatzzuwachs von 4,3 Prozent.
Beitragsbild: Die US-Tochter Jada Toys erweitert das Lizenzportfolio mit Star Wars. Foto: Simba Dickie / Lisa Gimpel
