Rödl & Partner: Corona bremst Wachstumskurs

Rödl: Unternehmer fürchten nach Wahl höhere Steuern

Im abgelaufenen Geschäftsjahr bremst Corona den bisher starken Wachstumskurs der Nürnberger Beratungs- und Prüfungskanzlei Rödl & Partner. Der Umsatz klettert um rund 2 Prozent auf 495,5 Millionen Euro. Der Zuwachs entfällt fast vollständig auf die Aktivitäten im deutschen Markt. Noch 2019 legte der Gesamtumsatz noch um 8,5 Prozent zu, während davon auf Deutschland ein Plus von fast 12 Prozent entfiel. „Es war für unsere Mandanten und für uns ein anspruchsvolles Jahr“, kommentiert Prof. Christian Rödl. Angesichts der Corona-Pandemie sei man „sehr zufrieden mit 2020“.

Insbesondere der Bereich Steuerberatung leistet im ersten Corona-Jahr einen großen Beitrag zum Wachstum. Staatliche Corona-Hilfen waren allerdings bei den Mandanten kaum gefragt. Die international aktiven Familienunternehmen interessierten sich im Lockdown eher für Kurzarbeitergeld, aber auch für Forschungsfinanzierung über die KfW.

Als zweiter starker Bereich entpuppt sich die Begleitung bei Unternehmenskäufen (M&A). Allerdings ist das Geschäft schwächer als in den beiden Boomjahren zuvor. Treiber für das Rödl-Geschäft waren „keine Notverkäufe“ bei den Mandanten. „Unternehmen haben vielmehr die Gelegenheit genutzt, sich strategisch zu ergänzen oder sich einen Markteintritt zu verschaffen.“

USA und Polen erfreulich

Das Bild im Auslandsgeschäft zeigt sich heterogen. Rödl & Partner ist in 48 Ländern (minus 1) mit 106 Standorten rund um den Globus präsent. Während sich das China-Geschäft auf einem soliden Niveau entwickelt, präsentieren sich die USA „erfreulich gut“. Im Wesentlichen hat auch mit den gigantischen Corona-Hilfen der US-Regierung zu tun. „Wir beobachten gewaltige Investitionsbudgets, die starke Impulse für die Wirtschaft bringen.“ Die Vereinigten Staaten sind Rödls wichtigster Auslandsmarkt. Stark sei auch das europäische Boomland Polen mit Warschau als wachsendes IT-Zentrum. Die Nürnberger Kanzlei ist mittlerweile dort mit über 500 Mitarbeitern und 6 Niederlassungen vertreten.

Zum Jahresende arbeiten weltweit 5.130 Mitarbeiter bei Rödl & Partner. Das entspricht 30 mehr als im Vorjahr. In Deutschland geht durch Fluktuation die Zahl um 50 Beschäftigte auf rund 2.000 zurück. Für das laufende Jahr zeigt sich Rödl „zuversichtlich, ich bin mit dem Start zufrieden“.

Sorgen registriert er bei den Mandanten: „Die Diskussion über Steuererhöhungen auf Vermögen zermürbt viele Mittelständler.“ Manch einen treibe mit Blick auf – diskutierte -steigende Vermögens- und Erbschaftssteuern wieder die Frage einer Betriebsverlagerung um.

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