Rödl: Chinas Corona-Politik ist Risiko für Weltwirtschaft

Rödl: Chinas Corona-Politik ist größtes Risiko für Weltwirtschaft

Die Nürnberger Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner startet ins laufende Jahr mit einem „sehr guten ersten Quartal“. Kanzleichef Christian Rödl befürchtet allerdings für das Gesamtjahr, dass angesichts „einer Krise nach der anderen auch die Investitionstätigkeit zurückgehen“ könne. Das aktuell größte Risiko für die Weltwirtschaft sieht Rödl in der Corona-Politik Chinas. Derzeit etwa bremst die Null-Covid-Strategie des Riesenreiches die Lieferketten am weltgrößten Hafen in Shanghai aus. Für seine Mandanten sind derzeit Beschaffung und Lieferketten die größten Baustellen. Aber auch der Fachkräftemangel und die wachsende Bürokratie in Europa belasten das Geschäft. Rödl & Partner berät insbesondere mittlere und große Familienunternehmen.

Halbe Umsatzmilliarde geknackt

Auch das abgelaufene, zweite Coronajahr war mit steigenden Beschaffungspreisen und unsicheren Lieferketten „problematisch“. Trotzdem oder gerade deswegen legte der Umsatz von Rödl & Partner um über sieben Prozent auf 532 Millionen Euro zu. Damit übersprang die Kanzlei erstmals die halbe Umsatzmilliarde. Motor war erneut die teils interdisziplinäre Beratung international agierender Familienunternehmen aus Deutschland. Gefragt war unter anderem die Sparte IT-Beratung zur Digitalisierung der Mandanten. Auch die Beratung von über 380 Firmenkäufen oder Verkäufen markierte eine deutliche Bestmarke.

Zusätzlich baute Rödl & Partner die globale Präsenz weiter aus. Zuvor kamen in den USA als wichtigstem Markt nach Deutschland zwei neue Niederlassungen hinzu. Nun folgten die ersten Büros in Norwegen und Saudi-Arabien. Damit sind die Nürnberger an 107 eigenen Standorten in 50 Ländern vertreten. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit erhöhte sich um rund 130 auf 5.260. Davon finden sich stabil rund 2.000 Beschäftigte in Deutschland. In Nürnberg wuchs die Zahl um 14 auf 864.

Im Schatten der russischen Invasion in der Ukraine schloss das Büro in Kiew. Die überwiegend 60 weiblichen Berater und Prüfer fanden Schutz bei den polnischen Rödl-Kollegen. Mandanten, die in der Westukraine produzieren, werden nun aus Polen betreut. In Russland berät Rödl von Moskau und Sankt Petersburg seine Mandanten unter anderem bei deren Liquidation des Geschäfts. Die Präsenz dort bezeichnet Rödl als „schwierige Abwägung, die täglich neu bewertet wird“.

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