NürnbergMesse will wieder durchstarten

In normalen Zeiten macht die NürnbergMesse Sommerpause. Doch seit drei Corona-Jahren ist im Messegeschäft nichts normal. In diesem Jahr stehen die Zeichen auf Restart und einem heißen Messesommer. Jetzt im Juli will die NürnbergMesse mit Holzhandwerk und BioFach in vollen Messehallen durchstarten. Für das Gesamtjahr 2022 planen die Messemacher mit 136 Veranstaltungen. Das wären immerhin gut 80 Prozent des üblichen Geschäfts. Damit könnte der Umsatz wieder „deutlich über 200 Millionen Euro“ erreichen, sagt CEO Roland Fleck. Der Verlust soll weiter schrumpfen.

Allerdings geistert auch das Gespenst eines dritten Coronawinters durch die Messehallen. Der könnte den Plänen einen Dämpfer verpassen. Im chinesischen Shanghai mit seiner beklagenswerten Null-Covid-Politik wurde gerade die China Diecasting verschoben. Zuvor bekam die Premiere der embedded world China einen Termin im nächsten Jahr. Zudem fallen chinesischen Stände und Einkäufer in Deutschland praktisch aus. Dabei gehören sie als Aussteller und Besucher zu den Großen im Nürnberger Ranking. Zusätzlich beklagt CEO-Kollege Peter Ottmann, dass Deutschland bei indischen Visa auf der Bremse stehe. Dagegen fällt die Ächtung Russlands mit etwa einem Prozent Besucheranteil vergleichsweise gering aus.

Bilanz mit deutlichen Coronaspuren

Im vergangenen Jahr ging es mit dem Umsatz weiter abwärts. Nach 110 Millionen Euro 2020 waren es 2021 nur noch 68 Millionen Euro. Der Verlust reduzierte sich von 69 Millionen Euro auf nunmehr 42 Millionen Euro. Darin spiegelt sich das Sparprogramm aus verschobenen Investitionen sowie eine Kostenbremse bei Personal und Sachkosten wider. Hilfreich waren auch die Corona-Hilfen in Höhe von 39 Millionen Euro. Weltweit fanden nur 26 von ursprünglich geplanten 77 Messen statt.

Noch Ende 2019 beschäftigte die NürnbergMesse rund 1.200 Mitarbeiter. Aktuell sind es weltweit rund 946. In Nürnberg ist die Zahl der Beschäftigten unterm Strich stabil zum Vorjahr bei 534.

Zwar zeigt der jetzige Messesommer, dass Menschen auf Messen Menschen treffen wollen. Gleichzeitig baut die NürnbergMesse ihr Geschäftsmodell weiter um. Sie entwickelt ihre hybriden und digitalen Formate weiter. Sie ergänzen Präsenzveranstaltungen ergänzen und erhöhen deren Reichweite.

Außerdem basteln Fleck und Ottmann an einem neuen Energiekonzept. Einerseits bunkern sie Öl für den kommenden Winter. Andererseits beginnen sie im nächsten Jahr ihr Klimakonzept umzusetzen. Unter anderem bekommen die Messedächer Photovoltaikanlagen. Laut Nachhaltigkeitsstrategie des Messekonzerns steht bis zum Jahr 2028 die Klimaneutralität an.

nordbayern.de, nue-news.de: NürnbergMesse hofft auf besseres 2022

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