Datev startet gut ins erste Halbjahr 2022

Datev startet gut ins erste Halbjahr 2022

„Wir erleben heute multiple Krisen“, konstatiert der Vorstandschef der Nürnberger Datev, Robert Mayr. Dafür sorgen derzeit der fortschreitende Klimawandel und der Krieg mitten in Europa sowie auch die massiv steigenden Energiepreise, Lieferengpässe und die satten Inflationsraten. Daher würden lang- oder mittelfristige strategische Projekte aktuell durch kurzfristiges, operatives Krisenmanagement verdrängt. Einmal mehr beklagt er die „schleppende Digitalisierung von Verwaltungsprozessen“. Gleichwohl startet die Genossenschaft gut ins erste Halbjahr 2022.

In diesem Umfeld wächst die Datev im ersten Halbjahr weiter auf 640 Millionen Euro. Das erste Halbjahr 2021 kam noch auf 594 Millionen Euro. Finanzvorständin Diana Windmeißer sieht als eine Ursache Sonder- und Nachholeffekten etwa bei der Zahl der Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt zum Stichtag 30. Juni 8.400. Zum Jahreswechsel waren es 8.351. Gegenüber Juni 2021 liegt das Plus von 2,4 Prozent. Damit sieht sich die Datev im stark umkämpften Markt der IT-Fachkräfte weiterhin als attraktiven Arbeitgeber. 

Cloud-Geschäft treibt Wachstum

Im Gesamtjahr 2021 stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro. Beispielsweise waren Ende 2021 knapp 2,3 Milliarden Belege von mehr als 808.000 Unternehmen in der Datev-Cloud gespeichert. Die erstellten Lohn- und Gehaltsabrechnungen im Dezember 2021 übersprangen erstmals die Marke von 14 Millionen Abrechnungen. Das Betriebsergebnis der Genossenschaft wuchs um knapp 6 Millionen Euro auf 77,5 Millionen Euro.

Der Datev Digitalisierungsindex für die Steuerberatung zeigt: Die Kanzleien bewerten ihre geschäftliche Lage zu zwei Dritteln als aktuell positiv oder sehr positiv. Allerdings sorgen Überlastung und Verunsicherung dafür, dass beispielsweise die Einführung von digitalen Systemen zum Dokumentenmanagement oder der Ausbau digitaler Dienstleistungen aufgeschoben wird. „So nachvollziehbar diese Reaktion ist, so besorgniserregend ist sie auch“, kommentiert Mayr. Digitalisiertere Kanzleien sind in der aktuellen Situation auch resilienter. Mittlerweile erstellt der Automatisierungsservice Rechnungen der Datev dank Künstlicher Intelligenz (KI) die Buchungssätze von über 10.000 Mandantenwerden automatisiert. Die KI habe inzwischen einen Stand erreicht, bei der eine menschliche Kontrolle nur noch unterstützend erforderlich ist.

ePaper Nürnberger Nachrichten (paid), nue-news.de: Datev setzt-Umsatzwachstum 2021 fort

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