NürnbergMesse: Corona infiziert Messe-Bilanz

NürnbergMesse: Umsatz bricht auf 110 Millionen Euro ein

Nach einem kräftigen Start ins Messejahr 2020 verhagelte der Corona-Lockdown der Nürnberg Messe das Geschäft in Nürnberg und weltweit. Das schlägt sich empfindlich in der Messe-Bilanz nieder. Zum Stichtag bricht der Umsatz auf 110 Millionen Euro ein, das Konzernergebnis dreht kräftig ins Minus auf knapp 69 Millionen Euro. Wegen eines häufigen Zwei-Jahres-Turnus bei manchen Veranstaltungen vergleicht die Messe ihr Geschäft mit 2018. Da liegt der Umsatz bei 315 Millionen Euro, der Konzerngewinn bei 28 Millionen. Nürnberger Messen in geraden Jahreszahlen sorgen für vergleichsweise mehr Umsatz.

Die Zahl der Mitarbeiter in der gesamten Gruppe sinkt um 250 Beschäftigte, maßgeblich bei der beschäftigungslosen Caterer-Tochter Lehrieder. Bei der NürnbergMesse GmbH geht durch Fluktuation die Beschäftigung am Stammsitz um 16 auf 557 Mitarbeiter zurück.

„Schockgefrostetes“ Geschäft

Nach einem „goldenen Messejahrzehnt“ sei das Geschäft ab März „schockgefrostet worden“, kommentiert Geschäftsführer Roland Fleck. Das Ergebnis wäre allerdings noch schlechter ausgefallen, hätte man nicht bereits 2014 das Krisen- und Notfallprogramm „Phoenix“ erarbeitet. Dieser Schubladenplan dient eigentlich einem „abstrakt gravierenden Umsatzeinbruch, z.B. wegen Terroranschlägen“. Mit diesem Papier steigt das Geschäftsführer-Duo auf die Kosten- und Investitionsbremse. Die Personalkosten werden auch mit Kurzarbeit um 25 Prozent reduziert, bei den Sachkosten fallen 40 Prozent dem Rotstift zum Opfer. Bei den Investitionen fallen 54 Millionen Euro weg. Darunter sind auch die Baupläne für das NCC Süd.

„Das Virus ist fies und hat unsere Pläne zunichte gemacht“, ergänzt Co-Geschäftsführer Peter Ottmann. Allerdings habe man mit dem Digitalisierungs-Turbo durch Corona schon vor drei Jahren begonnen. Im ersten Halbjahr 2021 nutzen 56.000 registrierte Teilnehmer die digitalen Plattformen für virtuelle Kontakte. Ottmann sieht die Messezukunft in einer Kombination aus analogen und digitalen Möglichkeiten, „onsite – online“ lautet die Marschrichtung. Der Restart ab September – doch ohne European Coating Show – soll wieder für reale Messebegegnung inklusive des „glücklichen Zufalls“ zwischen den Messeständen sorgen. Der kommende Messetrubel steht aber unter Hygiene-Restriktionen und weiteren Unsicherheiten, etwa wegen einer vierten Welle. Das lässt sich auch an der Umsatzerwartung für 2021 ablesen. Fleck und Ottmann gehen von einem Korridor von 40 Millionen bis 100 Millionen Euro bei einem reduzierten Verlust aus.

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