Leoni reduziert Fehlbetrag

Bundeskartellamt durchsucht auch Leoni

Der schon vor der Corona-Krise angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni aus Nürnberg hat seinen Fehlbetrag 2020 reduziert. Allerdings sorgte Corona insbesondere im zweiten Quartal für einen drastischen Nachfrageeinbruch. Trotz Aufwärtstrend im zweiten Halbjahr blieb der Umsatz mit 4,1 Milliarden Euro knapp 15 Prozent unter Vorjahr. Sowohl die Nachfrage der schwächelnden Automobilbranche als auch der vorsichtigen Industrie blieben unter dem Vorjahr. Unterm Strich weist der Konzern einen Verlust von 330 Millionen Euro aus. Der Fehlbetrag verringerte sich allerdings um fast ein Viertel gegenüber 2019.

„Trotz eines ausgesprochen schwierigen Umfelds ist es uns im abgelaufenen Jahr gelungen, unsere Geschäftsentwicklung zu stabilisieren und wichtige Fortschritte bei der Umsetzung von Value 21 zu machen“, sagt Vorstandschef Aldo Kamper.

Das Restrukturierungsprogramm Value 21 steht unter anderem für Effizienzsteigerungen in der Produktion sowie Verbesserungen der Einkaufsperformance. Neue Projekte werden strenger nach Cashflow- und Ergebniskriterien selektiert. Zudem liegt ein Fokus auf Auslastung bestehender Kapazitäten sowie strategische Kundenbeziehungen. Das Programm will ab 2022 jährlich 500 Millionen Euro einsparen. Die Zahl der weltweiten Mitarbeiter erhöhte sich über 6 Prozent auf 101.000.

Vor 2 Tagen hatte der Leoni-Aufsichtsrat den Vertrag von Kamper vorzeitig bis Ende 2026 verlängert. Er rechnet für das laufende Jahr mit einem deutlichen Anstieg des Konzernumsatzes im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Dieser erwartete Anstieg begründet sich durch den Hochlauf neuer Bordnetzprojekte sowie die erwartete Fortsetzung der Nachfrageerholung im Automobil- und Industrieumfeld.

handelsblatt.com (paid), nue-news: Leoni mit Wackelkontakt  

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