Filialen der Commerzbank wackeln

Filialen der Commerzbank wackeln

Wahrscheinlich wird die Aufsichtsratssitzung der Commerzbank Anfang Mai Licht ins Dunkel bringen. Dann dürfte sich entscheiden, welche der zuletzt 19 Filialen der Niederlassung Nürnberg wackeln. Das Filialnetz reicht von Rothenburg und Ansbach über den Großraum bis nach Neumarkt. Das Sanierungskonzept „Strategie 2024“ sieht einen konzernweiten Personalabbau von derzeit 40.000 auf dann 32.500 Mitarbeiter vor. Von den zuletzt rund 1.000 deutschen Filialen haben rund 450 noch eine Zukunft.

Die Niederlassung der Commerzbank in der Nürnberger Spitalgasse wird die Sparrunde wohl überstehen. Sie könnte eine der bundesweit 220 Filialen für höheren Beratungsbedarf werden. Andere Standorte dürften wegen des Renditeanspruchs geschlossen oder eine kleinere, sogenannte Beratungsfiliale werden. Sie werden auf der deutschen Filialkarte der Commerzbank etwas mehr als die Hälfte der verbliebenden Standorte ausmachen.

Regionales Geschäftsjahr 2020

Für die Nürnberger Niederlassung der Commerzbank verlief das vergangene Corona-Jahr vergleichsweise positiv. Insgesamt stieg das Geschäftsvolumen um rund 6 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Das Kreditvolumen legte um gut 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Dahinter steht erstmals ein Neukreditgeschäft von mehr als eine halbe Milliarde Euro. Neben Individualkrediten boomten mit plus 18 Prozent auf 341 Millionen Euro die Baufinanzierungen. Besonders gefragt waren 2020 Immobilien mit Gärten und Balkonen. Erstmals gab es eine „grüne“ Baufinanzierung mit Zinsrabatt bei Energieeffizienz.

Das Depotvolumen erhöhte sich um rund zwei Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Privatanleger konnten mit dem neuen Fonds Klimavest direkt in nachhaltige Energieprojekte wie Windparks investieren. Bedingt durch Corona legten viele Kunden zudem mehr Geld auf die hohe Kante. Die Einlagen wuchsen um etwa 10 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Seit letzter Jahresmitte fällt für Neukunden ein Strafzins von 0,5 Prozent an, Bestandskunden sind noch ausgenommen. Allerdings achte man darauf, dass Kunden „bei uns eine ehrliche Geschäftsbeziehung“ haben, erklärte Michael Krauß, Commerzbank-Niederlassungsleiter Privat- und Unternehmerkunden.

Die Zahl der Kunden im Geschäftsgebiet Mittelfranken und Teilen der Oberpfalz wuchs um 2.500 Neukunden auf 175.000. Die Zahl der Mitarbeiter lag zum Jahreswechsel bei knapp 400, darunter 9 Azubis und 3 duale Studenten.

nordbayern.de nue-news: Commerzbank sagt ciao zu Mittelstandskunden

Update 27.03.21: Seit 1. Oktober 2020 gelten für Neukunden nur noch Freibeträge in Höhe von 100.000 Euro. Bei Bestandskunden wird die Höhe des Entgeltes individuell im Kundengespräch vereinbart.

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