Commerzbank sagt Ciao zu Mittelstandskunden

Commerzbank sagt Ciao zu Mittelstandskunden

„Wenn wir keinen Weg finden, eine Geschäftsbeziehung profitabel zu gestalten, werden wir uns von Kunden trennen.“ Das sagt der neue Commerzbank-Vorstand für das Firmenkundensegment, Michael Kotzbauer, im Handelsblatt-Interview. Tatsächlich handele es sich nur um einige Hundert Mittelstandskunden. Die Mittelstandsbank ruft ihrer bisherigen Wachstumsstrategie auch ein Ciao hinterher: „Für uns steht Profitabilität künftig eindeutig vor Wachstum.“ Aktuell werde im Firmenkundengeschäft bei einem Drittel weniger als drei Prozent Rendite erwirtschaftet.

Zuvor hatte der neue Vorstandschef Manfred Knof bereits die „Strategie 2024“ ausgerufen. Schon im Jahr 2022 sollen wichtige Restrukturierungseinschnitte vorgenommen werden. Ziel des Umbaus ist es, die digitale Beratungsbank für Deutschland zu werden. Die Position als starker Partner des Mittelstands will das Institut mit rund elf Millionen Privat- und Unternehmerkunden festigten. 

Die „Strategie 2024“ möchte bis zum Jahr 2024 die Bankkosten um insgesamt 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise rund 20 Prozent reduzieren. Auf der Personalseite sollen brutto rund 10.000 Vollzeitstellen wegfallen. In Deutschland dürfte jeder dritte Commerzbankposten wegfallen. Gleichzeitig werden rund 2.500 Vollzeitstellen neu geschaffen, um Kosten für externe Dienstleister abzuspecken. Zum Jahreswechsel beschäftigte das Kreditinstitut 47.700 Mitarbeiter, 800 weniger als Ende 2019. Von den aktuell 790 deutschen Filialen bleiben Knofs Plänen zufolge 450 Standorte übrig.

Die Nürnberger Niederlassung der Commerzbank beschäftigt knapp 400 Mitarbeiter. Derzeit ist sie noch in Nürnberg mit acht Filialen präsent. Dazu kommen Standorte in Ansbach, Erlangen, Fürth, Lauf, Neumarkt in der Oberpfalz, Roth, Rothenburg, Schwabach und Zirndorf.

handelsblatt.com (Paid)

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