Musik Klier musiziert online

Musik Klier musiziert online

Der Nürnberger Musikinstrumenten-Fachhändler Musik Klier leidet in Corona-Zeiten am kulturellen Stillstand. Üblicherweise entfällt die Hälfte des Umsatzes auf Profi-Musiker und verliehene Tontechnik. Ohne Veranstaltungen wie Messen, Hochzeiten und Kirchweihen, fällt dieses Geschäft aus. Die andere Hälfte des Umsatzes wird mit Privatkunden erzielt. Firmenchef Andreas Klier berichtet, dass das Umsatzminus des ersten Lockdowns „weitestgehend kompensiert“ worden sei, aber der zweite Lockdown treffe das Unternehmen nun härter.

Allerdings gehe es dem Musikspezialisten, der sich bundesweit zu den Top-Ten-Anbietern in diesem Bereich zählt, relativ gut. Dazu beigetragen hat der eigene Online-Shop. In ihn hat Klier Anfang 2020 einen sechsstelligen Betrag investiert. Man müsse einen Online-Shop wie eine eigene Filiale führen, so Klier. Deshalb hat er eigens dafür drei Mitarbeiter eingestellt. Einer davon bedient ausschließlich Social-Media-Kanäle wie Facebook und Instagram. Das Produktportfolio im Netz wurde von 3 000 auf 15 000 Artikel ausgebaut und die Produkte werden teils mit Videos inszeniert. Auf diese Weise konnte der Klier-Shop beim Google-Ranking von Seite 16 auf die erste oder zweite Trefferseite vorrücken.

Der Familienunternehmer weist auf logistische Besonderheiten im Online-Geschäft hin: Er liefert die Produkte nur noch in Originalverpackung aus, weil die Retourenquote bei selbst verpackten Waren auf bis zu 50 Prozent hochschnellt. Zudem werde bei händisch verpackten Produkten bis zu einem Warenwert von 50 Euro kein Geld verdient.

Klier positioniert sich allerdings nicht über den Preis, sondern in der Nische als Markenanbieter. Damit spricht er auch Kunden beispielsweise aus Österreich oder den Niederlanden an. Der Anteil der Online-Umsätze ist von drei Prozent im Jahr 2019 auf 20 Prozent im vergangenen Jahr hochgeschnellt. „Ohne Online – großes Aua“, lautet Kliers Fazit. Durch „Click & Collect“, also Bestellung online oder per Telefon und Abholung der Ware im Laden, sei nicht viel Geschäft entstanden.

nue-news: Lieferservice