Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung startet

Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung startet

Lange Zeit war Digitalität irgendwie Neuland. Corona hat zusätzlich die Grenzen des preußischen Verwaltungsgedanken offenbart: Impfen nach definierter Reihenfolge ist sinnvoll. Dabei sollten am Ende des Tages aber keine Impfdosen übrigbleiben. Ein weiteres Beispiel: Ordnungsämter verzichten auf den Entzug einer Gastrolizenz, wenn der Betrieb ein Jahr lang nicht geöffnet war. Allein der verwaltungsrechtliche Gedanke an die Vollzugsmöglichkeit in Corona-Zeiten, illustriert ein abgehobene Verwaltungshörigkeit. Abhilfe schafft nun vielleicht der Start des Kompetenzzentrums Digitale Verwaltung (KDV) in Hof.

Das neue KDV gehört zur Hochschule Hof und ist eine Säule des Digitalcampus Bayern. Ministerpräsident Markus Söder ließ sich zum Start mit einer „nächste Raketenstufe“ zitieren. Man müsse „weitermachen, schneller werden, besser werden“.

Bürgerzentrierte und agile Verwaltung

Prof. Thomas Meuche vom Führungsduo des KDV weiß, was gefragt ist: „Bürgerzentrierte und agile Verwaltungsführung ist das neue Schlagwort der Zukunft“. Die Strukturen, die vor 100 Jahren von Max Weber für die Verwaltung entwickelt wurden, könnten in der heutigen komplexeren und agileren Umgebung nicht mehr gelten. Daher müsse sich auch die Rolle der Führungskräfte ändern. Die Verwaltung der Zukunft basiere auf Prozessdenken nicht auf Hierarchie. „Wir brauchen selbststeuernde Teams und müssen die Mitarbeiter viel stärker einbinden“, so Prof. Meuche. Eine neue Kultur der Verantwortung und selbständige Entscheidungen im vorgegebenen Rahmen wird die Verwaltung komplett umkrempeln. „Wir brauchen eine andere Fehlerkultur, muss man auch etwas ausprobieren können. Und ja, wir werden Fehler machen, wir werden stolpern. Aber Stillstand geht gar nicht!“ 

Stadt Nürnberg: wie ein Start-Up denken

Bei dem Online-Kick-off diskutiert Politik, öffentliche Verwaltung und Wissenschaft über Digitalisierungs-Projekte und modellhafte Vorhaben. Albert Roesch leitet das Amt für Informationstechnologie der Stadt Nürnberg. Er führt hierbei aus: „Wir wollen flexibler und dynamischer werden, wir wollen wie ein Start-Up denken, bleiben aber eine Stadtverwaltung!“

Das Technikportal Heise berichtet außerdem von der Verwaltung als multidimensionale Organisation. Das läuft auf eine Behörde ohne Faxgeräte hinaus. Zudem wolle das KDV eine Art „digitalen Zwilling“ von Behörden aufbauen. So könne man zeigen, wie man Verwaltungsprozesse digital umsetzen kann.

heise.de, nue-news: Corona-Software Sormas