Kaspar Lüther erfolgreich in der Nische

Kaspar Lüther 2021 mit einem stabilen Umsatz

Die Gunzenhausener Zinkdruckgießerei Kaspar Lüther schließt das Jahr 2021 mit einem stabilen Umsatz von rund fünf Millionen Euro ab. Für Firmenchef Axel Lüther ist es allerdings eher entscheidend, was unter dem Strich rauskommt. „Ich bin nicht umsatz-, sondern ergebnisorientiert.“ Sowohl in der Finanzmarktkrise 2008 als auch im ersten Corona-Jahr brach der Umsatz teils um ein Viertel ein. Das Ergebnis blieb aber jeweils im positiven Bereich. Man arbeite grundsätzlich mit Eigenmitteln und sei bankenunabhängig. Im vergangenen Jahr legte die Zahl des Stammpersonals leicht auf 62 Beschäftigte zu.

Das Familienunternehmen in dritter Generation ist ein energieintensiver Nischenanbieter. Insbesondere durch das Schmelzen von Zink bei 420 Grad erreicht der Energieanteil bei den Produktionskosten rund sieben Prozent. Das war noch vor dem preistreibenden Einmarsch der russischen Armee in das Nachbarland Ukraine. Nun geht es nicht nur um die Bezahlbarkeit von Energie. Auch die Versorgungssicherheit rückt bei gleichzeitiger Dekarbonisierung der Energieversorgung in den Fokus.

In der Geschäftssparte Zinkdruckguss entstehen Produkte, die sich überall im täglichen Leben wiederfinden. Massenabnehmer wie der Automobilbau oder die Möbelindustrie gehören nicht zum Kundenkreis. Der Fokus liegt in der Antriebs- und Medizintechnik sowie in der Elektrobranche. Die Spezialität von Kaspar Lüther sind „kleine Stückzahlen, ausgeprägte Individualität und höchste Qualität“. Auf diese Weise erzielt der Nischenanbieter eine hohe Wertschöpfung. Massenanbieter der Branche fertigen Mengen von mehreren 100.000 Teilen oder gar auf Millionenauflagen. Die Gunzenhausener produzieren in einer Größenordnung von 50 bis 5.000 Stück.

Energiewende für vierte Generation

Familienunternehmer Lüther ließ 1995 sein Haus als erste Zinkgießerei in Bayern nach dem damaligen EG-Umweltaudit zertifizieren. Der Wirtschafts-Ingenieur fasst die anstehenden Investitionen in die betriebliche Energiewende nicht mehr an. Die abstehenden Investitionen etwa in Photovoltaik überlässt er seinen Kindern. Sohn Jonas und Tochter Miriam übernehmen ab 2024 die Geschäfte als vierte Generation.

nue-news.de: Lüther will bei Energiewende Planungssicherheit

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