Immowelt: Corona treibt Großstädter in Speckgürtel

Von der Großstadt in den Speckgürtel: Corona gibt dem bestehenden Trend der Abwanderung aus Stadtzentren einen Schub. Von einer breiten Stadtflucht kann nicht die Rede sein.

Corona sorgt bei einem Teil der Großstädter dazu, die eigene Wohnsituation zu überdenken.  Einer Studie des Ifo Instituts und des Nürnberger Immobilienportals Immowelt zufolge, treibt es 13 Prozent der Großstädter in Speckgürtel und Vororte. Mehr Wohnfläche und Zugang zur Natur locken demnach mehr als das Großstadtleben in Szenevierteln im Lockdown. Das zeigen die im April erhobenen Daten für Städte mit über 500.000 Einwohner.

Meistgenannte Umzugsziele sind kleinere Großstädte mit 100.000-500.000 Einwohnern und suburbane Räume im Speckgürtel der Großstädte. Der ländliche Raum spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Von einer breiten Stadtflucht kann nicht die Rede sein.

Immerhin bietet das Umland und der Speckgürtel mehr Platz und mehr Natur zu günstigeren Miet- und Kaufpreisen. Für weitere Vorteile stehen die Erfahrungen aus Home-Office und Online-Shopping in Corona-Zeiten. Man braucht keine täglich lange Pendelzeiten, um zur Arbeit zu kommen oder Einzukaufen.

Die Studie zeigt weiterhin, dass insbesondere Familien mit Kindern und jüngere Altersgruppen in der Familiengründungsphase raus in den suburbanen Raum wollen. Am häufigsten planen mit 19 Prozent die 30- bis 39-Jährigen den Abschied aus der Großstadt. Von den 18- bis 29-Jährigen wollen 18 Prozent ihren Wohnsitz in der Stadt in den nächsten 12 Monaten aufgeben. Bei den 60- bis 69-Jährigen (11 Prozent) und den über 70-Jährigen (5 Prozent) kommt ein Wegzug seltener in Frage. Fast jeder 2. Befragte, der seine Wohnsituation grundlegend verändern will, nannte das Virus als Einflussfaktor.

tagesschau.de, nue-news: Steigende Mietpreise in Bestand und Neubau  

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