IG BAU rät Beschäftigten zum Tarifcheck

IG BAU rät Beschäftigten zum Tarifcheck

Die rund 4.200 Bau-Beschäftigten in Nürnberg können sich über fehlende Arbeit nicht beschweren. Doch viele von ihnen verdienen deutlich weniger, als ihnen tariflich zusteht. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hin. Deshalb ruft sie die Bauarbeiter dazu auf, im Zweifelsfall die Firma zu wechseln. „Der Bau boomt – auch in der Pandemie. Die Betriebe suchen händeringend Fachleute. Es kann nicht sein, dass in dieser Situation viele Beschäftigte um einen angemessenen Lohn gebracht werden“, sagt Iris Santoro, Bezirksvorsitzende der IG BAU Mittelfranken.

Wer mit einer dreijährigen Ausbildung als Spezialbaufacharbeiter arbeite, müsse aktuell auf einen Stundenlohn von 21,58 Euro kommen. Carsten Burckhardt vom Bundesvorstand der IG BAU ruft jetzt zum Lohn-Check auf: „Jeder, der weniger verdient, sollte seinem Chef Bescheid sagen und sich nicht länger unter Wert verkaufen. Im Klartext heißt das dann auch: den Betrieb wechseln.“

Nach Informationen der Gewerkschaft liegt der Durchschnittsverdienst von Bauarbeitern in Bayern aktuell bei 18,51 Euro pro Stunde. Das sind 3,07 Euro weniger als der Tariflohn. „Rein rechnerisch gehen einem gelernten Straßenbauer oder Zimmerer damit pro Jahr rund 6.400 Euro durch die Lappen“, betont Santoro. Die IG BAU Mittelfranken weist darauf hin, dass jeder Anspruch auf die tarifliche Bezahlung hat, der in der Gewerkschaft ist. Außerdem muss dessen Betrieb dem Arbeitgeberverband im Bauhandwerk oder in der Bauindustrie angehören.

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Beitragsbild: IG BAU

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