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Hohe Preissprünge bremsen den Neubau

Solide Baubranche bekommt wacklige Fundamente

Die bislang solide Baubranche bekommt in diesem Jahr wacklige Fundamente. Dazu sorgen die anhaltend hohen Preissprünge gerade bei Betonarbeiten und Mauerarbeiten. Für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude beziffert das Statistische Bundesamt  (Destatis) die Teuerung auf 16,9 Prozent. Dieser Wert im November 2022 resultiert aus dem Vergleich mit dem Vorjahresmonat. Im Quartalsvergleich zum August 2022 steigen die Preise einschließlich Mehrwertsteuer immerhin noch um 2,5 Prozent.

Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten haben Betonarbeiten und Mauerarbeiten. Sie legen im Jahresvergleich um 17,6 Prozent bzw. 13,6 Prozent zu. Vergleichsweise moderat verteuern sich Zimmer- und Holzbauarbeiten mit rund 5 Prozent. Im Schatten der Häuserwende schlagen die Kosten für Wärmedämm-Verbundsysteme mit über 16 Prozent mehr zu Buche. 

Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen hat bereits zur Jahreswende Alarm geschlagen. Laut Umfrage unter den 495 Mitgliedern werden 2023 im Wohnungsbau und bei energetischen Modernisierungen zahlreiche Projekte gestrichen. Demnach sind bereits die Neubaupläne für 2.000 neue Wohnungen und rund 1.500 Modernisierungsmaßnahmen in der Schublade verschwunden. Die Wohnungsunternehmen begründen das mit gestiegene Material- und Finanzierungskosten. Aber auch die Förderprogramme wie etwa KfW seien wegen der laufenden Neuausrichtung schwer zu berücksichtigen.

Gegenüber den ursprünglichen Plänen legen Wohnungsunternehmen für die Jahre 2023 und 2024 rund jedes Fünfte aller geplanten Neubauprojekte aus Eis. Zusätzlich sind mehr als ein Viertel aller geplanten Modernisierungen ausgesetzt. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Projekte der energetischen Sanierung zur Reduzierung des CO2-Ausstosses.

faz.net, nue-news.de: Handwerk mit trüben Erwartungen