Handwerkskammer diagnostiziert Erholung

HWK: NHandwerk als „stabiler Anker“

Das Handwerk in Mittelfranken brummt und ist fast wieder auf dem sehr guten Vorkrisenniveau. Diese Erholung diagnostiziert die Handwerkskammer für Mittelfranken (HWK) für das 2. Quartal 2021. Demnach bezeichnen 85 Prozent der Betriebe ihre wirtschaftliche Situation als gut bis zufriedenstellend und blicken auch zuversichtlich ins nächste Quartal. Den größten Stimmungsumschwung verzeichnet das Kfz-Handwerk. Selbst bei drei weiteren von der Pandemie stark betroffenen Berufsgruppen, Lebensmittelhandwerk sowie Gesundheit und Persönliche Dienstleistungen, herrscht vorsichtiger Optimismus.

Für das Bau- und Ausbauhandwerk verzeichnet die HWK für das zurückliegende Quartal einen historischen Höchststand im Auftragsbestand für diese Branche verzeichnen. „Fast 16 Wochen und damit ein Monat mehr als der branchenübergreifende Durchschnitt, beträgt das Auftragspolster“, freut sich HWK-Hauptgeschäftsführer Elmar Forster. Das spiegelt sich auch in der Zufriedenheit der Betriebe wider. 93 Prozent gaben an, zufrieden bis sehr zufrieden zu sein.

Allerdings belastet die Materialknappheit mittlerweile durch fast alle Gewerke. Es fehlt an Holz, Dämmstoffen, Stahl, Stahlbeton, Farben, Isoliermaterial und Kunststoffrohren hin bis zu Kabelisolierungen. „Die Aufträge wären da, aber ein Lichtschalter, der nicht lieferbar ist, kann nicht eingebaut werden“, so Forster weiter. Die Preise für Styrol, das zu vielen Kunststoffen weiterverarbeitet wird, sind im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent gestiegen. Kann ein Betrieb etwa die gestiegenen Holzpreise weitergeben, dann kostet zum Beispiel ein bestelltes Holzhaus plötzlich 50.000 Euro mehr.

Trotzdem wird im Handwerk deutlich mehr investiert als im Vorjahr. Und auch die Beschäftigtensituation ist weiterhin stabil. 126.100 Mitarbeiter halten nach wie vor das mittelfränkische Handwerk am Laufen. Auch die erfassten 1.751 Ausbildungsverträge Ende Juli stellen gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 4,4 Prozent dar. Und weiteren knapp 1.000 jungen Nachwuchshandwerkern können jetzt noch einen Ausbildungsplatz finden.

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