Handwerk arbeitet auf goldenem Boden

Baubranche stärkt mittelfränkisches Handwerk

Fast 75 Prozent der mittelfränkischen Handwerksbetriebe bewerten ihre Auftragslage als zufriedenstellend oder gut. Das berichtet die Handwerkskammer für Mittelfranken für das erste Quartal 2021. Demnach beobachtet sie im Schatten von Corona eine weitere Erholung. 38,3 Prozent der befragten Betriebe befinden sich in einer guten wirtschaftlichen Situation. Im Vorquartal waren es 37,7 Prozent.

„Trotz Krise: Das Handwerk ist und bleibt optimistisch“, freut sich Handwerkskammer-Präsident Thomas Pirner. Das zeigt sich auch beim wirtschaftlichen Ausblick: „Satte 84 Prozent der Handwerksbetriebe erwarten eine verbesserte oder gleiche Geschäftslage.“

Nach wie vor zeigen sich die Bau- und Ausbauhandwerke robust gegenüber der Corona Pandemie. Die Nachfrage vor allem im Wohnungsbau zeigt sich stabil und die Finanzierungsbedingungen bleiben günstig. Dagegen profitiert das Lebensmittelhandwerk einerseits von einem positiven Thekengeschäft. Andererseits sorgen das fehlende Catering und der pandemiebedingt verbotene Vor-Ort-Verzehr für Umsatzeinbußen. Auch bei der Sparte Gesundheit und persönliche Dienstleistungen ist die Lage heterogen. Friseure und Kosmetikbetriebe haben zwar seit März wieder geöffnet, Hygieneauflagen und Kundenverunsicherung drücken aber die Stimmung. Frust herrscht auch im Kraftfahrzeuggewerbe. Lediglich 9,4 Prozent schätzen die derzeitige Geschäftslage als gut ein. Der wichtige Autofrühling bleibt aus und das Werkstattgeschäft hinkt um ca. ein Drittel einer Normalauslastung hinterher.

Handwerksbetriebe bewerten Auftragslage zufriedenstellend oder gut
Bau- und Ausbaugewerbe begründen die überwiegend positive Stimmung im mittelfränkischen Handwerk.

„Das Bauhauptgewerbe erweist sich als unser Stabilitätsanker“, fasst Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken zusammen. Er gießt aber auch gleich Wasser in den Wein und erinnert etwa an den Holznotstand durch eine boomende Nachfrage aus dem Ausland. „Die Kosten sind teilweise um bis zu einem Drittel gestiegen und können so gut wie gar nicht auf die Kunden umgelegt werden. Dadurch schmilzt die Gewinnspanne der Betriebe einfach weg.“

nordbayern.de, nue-news Lage im Handwerk inhomogen