Riester-Rente: Zum Geburtstag rote Karte

Eine Verbraucherallianz aus Bund der Versicherten, Bürgerbewegung Finanzwende und Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert: Schluss mit der teuren und unrentablen Riester-Rente! Wenn Verbraucher ergänzend zur gesetzlichen Rente kapitalgedeckt sparen sollen, müssten Rahmenbedingungen jeden gesparten Euro effizienter einsetzen. Deshalb fordert das Bündnis einen Neustart für die private Altersvorsorge.

Die drei Organisationen fordern die Spitzenkandidaten für das Kanzleramt auf, gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode die Riester-Rente zu beenden. Neben dem Ende der Riester-Rente brauche es eine funktionierende Altersvorsorge. Die Verbraucherallianz plädiert deshalb für ein öffentlich organisiertes Vorsorgeangebot. Zusätzlich müssten laufende Riester-Verträge Vertrauensschutz genießen. Dazu gehöre auch ein kostenfreier Wechsel aus Riester-Verträgen in ein neues System.

„Die Riester-Rente ist gescheitert“, sagt Gerhard Schick von der Bürgerbewegung Finanzwende anlässlich des 20. Geburtstags der Rieser-Rente. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten ergänzt: „Die Versicherungswirtschaft hat mit hohen Kosten und unfair kalkulierten Lebenserwartungen die Riester-Rente zum Desaster geführt.“

Riestern gefällt Versicherungsbranche

Die Abschlusskosten belaufen sich auf bis zu 5 Prozent der Beitragssumme. Sie fließen aus den Sparverträgen an die Versicherer. Manche Anbieter kassieren erneut, wenn Arbeitnehmer oder Beamte ihre Beiträge erhöhen oder reduzieren. Für Klaus Müller vom VZBV ist deshalb klar: „Die Riester-Rente ist nicht reformierbar. Konsequenz muss sein, sie abzuschaffen. Wir brauchen endlich einen Neuanfang zugunsten der Verbraucher.“

Angesichts 16 Millionen Verträgen hält die Versicherungsbranche dagegen. „Jeder erfährt vor Vertragsabschluss in Euro und Cent, was zu zahlen ist“, hebt der Branchenverband GDV hervor. Ab dem nächsten Jahr gilt allerdings ein Höchstrechnungszins von 0,25 Prozent. Der gilt als Todesstoß für die Riester-Rente in seiner heutigen Form. Denn mit diesem Rechnungszins ließen sich nicht die Versicherungskosten decken und gleichzeitig die Beiträge zu 100 Prozent garantieren.

Namensgeber und Ex-Arbeitsminister Walter Riester sagt dem Portal Nordbayern.de, dass die Riester-Rente nichts mit seinen Vorstellungen zu tun habe. Er habe sich schon 1998 für die sogenannte Schweden-Rente stark gemacht. Dort erleichtert ein staatlich verwalteter Altersvorsorgefonds die private Vorsorge.

finanztip.de: Übersicht Riester, handelsblatt.com, faz.net (Paid), nordbayern.de    

Beitragsbild: VZBV / Jan Zappner