Corona infiziert Konjunktur- und Einkommenserwartung

GfK: Schwache Konsumlust hellt sich auf

Die Bundesnotbremse im Coronakampf schlägt der Konsumlust auf die Stimmung. Der Nürnberger Marktforscher GfK prognostiziert in ihrer Konsumklimastudie für Mai eine größere, negative Verbraucherstimmung. Insbesondere die Konjunktur- und Einkommenserwartung büßt deutlich ein. Dafür sorgen die enttäuschten Hoffnungen auf weitere Lockerungen.

Damit verbunden ist der Frust, dass Geschäfte nicht wieder schnell öffnen und so die Kurzarbeit zurückgeht. Dadurch hätte sich die erwartete Einkommensentwicklung auch spürbar verbessert. Der Einkommensindikator der GfK verliert stark und drückt das Konsumklima nach zwei Anstiegen wieder nach unten.

„Die dritte Welle wird dafür sorgen, dass die Erholung der Binnenkonjunktur weiter auf sich warten lässt“, kommentiert GfK Konsumexperte Rolf Bürkl. „Der Konsum wird in diesem Jahr – wie bereits 2020 – keine Stütze der Konjunktur sein.“

Im Gegensatz zu den Einkommensaussichten stemmt sich die Anschaffungsneigung bislang noch gegen die dritte Welle. Nach einem Plus von fünf Punkten steigt der Indikator zum dritten Mal in Folge. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Plus sogar knapp 22 Zähler. Zugleich zeigt die überaus hohe Sparquote von gegenwärtig etwa 16 Prozent, dass viele Haushalte über beträchtliche finanzielle Mittel für den Konsum verfügen.

Da der Konsum als Konjunkturlokomotive mal wieder ausfällt, muss es wohl die gewerbliche Wirtschaft richten. Der Frühindikator des Statistischen Bundesamtes auf Basis – noch unvollständiger – Umsatzsteuervoranmeldungen zeigt deutlich nach oben. Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland liegt im März 2021 deutlich über dem Vormonat. Auch der Vergleich mit dem Februar 2020, dem Monat vor dem ersten Corona-Lockdown, schneidet der März 2021 erfreulich positiv ab. Der langfristige Auswärtstrend hat den Corona-Einbruch längst kompensiert.

handelsblatt.com, nue-news: Konsumklima auf Erholungskurs

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