Diehl: Nach Einbruch verhaltene Erholung 2021

Jens Böhlke folgt Diehl-Vorstand Martin Sommer

Der mit Abstand größte Teilkonzern der Nürnberger Diehl-Gruppe hat das Familienunternehmen im vergangenen Corona-Jahr maßgeblich ins Minus gedrückt. Der in den letzten Jahren rasant gewachsene Teilkonzern Aviation stattet Kabinen von zivilen Flugzeugen aus. Nachdem Corona den Flugbetrieb praktisch lahmgelegt hatte, reduzierten die Flugzeughersteller ihre Produktion und stornierten Bestellungen. Der Teilumsatz brach um über 40 Prozent auf 880 Millionen Euro ein. Damit sorgt Aviation 2020 für mehr als 90 Prozent des Umsatzeinbruchs bei Diehl.

Eckzahlen der Bilanz 2020

Der Familienkonzern insgesamt weist für das Berichtsjahr ein Umsatzeinbruch von 650 Millionen Euro auf 2,978 Milliarden Euro aus. Aus dem Konzernüberschuss 2019 in Höhe 14,5 Millionen Euro wird ein satter Verlust von 172 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet Diehl mit einer verhaltenen Erholung. Die Diehl-Gruppe ist mit verhaltenen Erwartungen in das Jahr 2021 gestartet. Angesichts des positiven Geschäftsverlaufs in den ersten Monaten erwartet der Technologiekonzern für 2021 einen Umsatz auf Vorjahresniveau sowie einen deutlich geringeren Jahresfehlbetrag.

Beispielsweise sorgt die globale Teileknappheit für eine unsicherer Produktion in manchen Teilkonzernen. Zudem läuft die Restrukturierung inklusive der Suche nach neuen Geschäftsfeldern weiter. Zur Jahresmitte lag die Zahl der Aviation-Mitarbeiter bei knapp 5.000 nach ehemals weltweit gut 6.000 Beschäftigten. Von den zuvor knapp 4.200 Mitarbeitern in Deutschland streicht der Teilkonzern bis Mitte 2025 rund ein Viertel der Jobs auf dann etwa 3.100 Stellen.

Der Gesamtkonzern startete ins Jahr 2020 noch mit weltweit 17.557 Mitarbeitern, am Ende blieben 16.866 übrig. Bei den zuvor 3.400 Beschäftigten in Mittelfranken gingen in Nürnberg 100 Stellen verloren.

Die breite Aufstellung verhinderte aus Diehl-Sicht Schlimmeres. Der Teilkonzern Metall erreichte trotz der schwächelnden Autoindustrie einen Umsatz von 732 Millionen Euro (Vorjahr Mio. Euro). Der Teilkonzern Defence baute sogar sein Geschäft unter anderem mit Aufklärung und Zünder auf 571 Millionen Euro aus (Vorjahr 516 Mio. Euro). Der Teilkonzern Controls mit viel Steuerungen für Haushaltsgeräte kam auf 477 Millionen Euro (Vorjahr 489 Mio. Euro). Der Teilkonzern Metering mit seiner Zählermesstechnik erreichte 306 Millionen Euro (Vorjahr 333 Mio. Euro).

nordbayern.de, www.aero.de, nue-news: Klaus Richter wird CEO, nue-news: Aviation verkleinert sich  

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