Diehl arbeitet sich aus der Krise

Teilkonzern Aviation verhagelt Diehl erneut das Geschäft

Die Corona-Krise hatte insbesondere dem Teilkonzern Aviation des Nürnberger Familienkonzern Diehl erneut das Geschäft verhagelt. Das Geschäft mit der Innenausstattung von Flugzeugen erlebte sowohl 2020 als auch 2021 eine kräftige Bauchlandung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Teilkonzern der Einzige, der erneut ein Umsatzminus einfährt. Das Geschäft ging um fast 14 Prozent auf 757 Millionen Euro zurück. 2019, vor Corona, nahm der Bereich noch fast 1,5 Milliarden Euro ein.

Insgesamt erholte sich der Technologie- und Rüstungskonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg um über 6 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro. „Das Geschäftsjahr 2021 war ein bisschen besser“, kommentiert der Sprecher der Diehl Verwaltungs-Stiftung, Klaus Richter. Alle anderen vier Teilkonzerne bewegten sich wieder auf Wachstumskurs. Unterm Strich halbierte Diehl den Verlust auf 84,5 Millionen Euro.

Vier Teilkonzerne im Aufwind

Der Bereich Metall erholte sich um 18 Prozent auf 864 Millionen Euro. In der Entwicklung spiegeln sich allerdings auch höhere Rohstoff- und Logistikpreise wider, die nur bedingt an die Kunden weitergegeben konnten. Hier positioniert sich Diehl mit bleifreien Legierungen für zukünftiges und umweltschonendes Wachstum. In diesem Segment finden sich auch Wasserpumpen, Batteriezellhalter oder Zellkontaktiersysteme. Letztere finden sich in Hybrid- und Elektrofahrzeugen wieder.

Diehl Controls kam auf ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 551 Millionen Euro. Damit übertraf er auch die Performance aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. Hier sorgen beispielsweise Waschmaschinensteuerungen für ein florierendes Geschäft. Außerdem versprechen das globale Ausrollen der Inverter für Wärmepumpen eine weiter positive Entwicklung.

Zum Teilkonzern Diehl Defence sagte Richter: „Wir sind kein Rüstungskonzern.“ Mit einem Teilumsatz von 660 Millionen Euro (+16%) mache das Geschäft nicht mal ein Viertel aus. Hier sei das Auftragsbuch schon vor der russischen Invasion gut gefüllt gewesen. In diese Sparte gehört auch das Luftverteidigungssystem Reichweite IRIS-T. Von dem 100 Milliarden Euro-Paket erwartet Richter allerdings keinen Auftragsboom.

Der Bereich Diehl Metering verbuchte 2021 ein Plus von 5 Prozent auf 322 Millionen Euro. Hier bremste insbesondere die Teileknappheit das weitere Wachstum. Der Teilkonzern beschäftigt sich mit digitaler Wasser- und Energiemesstechnik. Versorger bekommen über diese Daten beispielsweise einen Überblick, über Verbräuche, Leitungsverluste und potenzielle Einsparungen. Das Kerngeschäft von Diehl Metering bietet seit 2021 neue Software und Dienstleistungen rund um Datenanalyse und künstliche Intelligenz.

Mitarbeiter in Mittelfranken stabil

Die Zahl der weltweiten Beschäftigten verringerte sich um 731 Personen auf jetzt 16.135 Mitarbeiter. Dieser Rückgang betraf insbesondere den Abbau im Teilkonzern Aviation. In anderen Bereichen erfolgte ein leichter Mitarbeiteraufbau. In Mittelfranken lag die Zahl weitgehend stabil bei 3.250 Mitarbeitern.

epaper Nürnberger Nachrichten (paid), nue-news.de: Diehl mit verhaltener Erholung 2021

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