Corona-Bruchlandung des Flughafen Nürnberg

Passagierzahl am Airport Nürnberg bricht ein

Die Krise der deutschen und internationalen Flughäfen ist im Corona-Jahr 2020 einmalig. In diesem Umfeld brach die Passagierzahl am Airport Nürnberg zum ersten Mal seit 35 Jahren auf unter eine Million ein. 917.000 Fluggäste nutzen 2020 den Flughafen für Geschäfts- und Urlaubsreisen. Das entspricht einem Minus von rund 78 Prozent. Während besonders der Verkehr innerhalb Europas ausfiel, entwickelte sich der Rückgang zu Zielen außerhalb Europas nicht ganz so desolat.

Die Passagierentwicklung hinterlässt in der Bilanz eine tiefrote Spur. Nach einem Konzernplus von 3 Millionen Euro im Jahr 2019 weist der Albrecht Dürer Airport nun einen Verlust von 41 Millionen Euro aus. Ergebnismindernd wirkte sich der in besseren Zeiten beauftragte Neubau eines weiteren Parkhauses aus.

Im Pandemie-Jahr trat die Geschäftsführung bei allen steuerbaren Investitionen, Personal- und Sachkosten auf die Bremse. Seit April 2020 galt die Devise Kurzarbeit in nahezu allen Bereichen des Konzerns. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 76 auf 1.012 Beschäftigte. Statt betriebsbedingter Kündigungen setzt der Airport auf ein Freiwilligenprogramm, das noch bis Jahresmitte läuft. Ziel ist ein Stellenabbau von 25 Prozent. Ob das allerdings reicht, steht noch in den Sternen.

Leichte Erholung 2021

Die im laufenden Jahr weiter geltenden Reisebeschränkungen führen zu erheblicher Unsicherheit bei der Reiseplanung. Die Rede ist von einem erneuten Minus von mehr als die Hälfte.

Ein kleiner Lichtblick war das Segment Luftfracht. Es verbuchte 2020 nur einen kleinen Rückgang von 4 Prozent auf 4,7 Millionen Tonnen. Seit Ende letzten Jahres verzeichnet das Luftfrachtaufkommen monatliche Zuwachsraten – auch dank des boomenden Online-Handels.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Flughäfen (ADV) beziffert das voraussichtliche Minus 2020 aller deutschen Flughäfen auf 1,8 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet der ADV mit einem geringeren Verlust in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Bundesweit flogen in den ersten beiden Monaten nur etwa 10 Prozent der Passagiere im Vergleich zum Vorkrisenniveau.

br.de, nordbayern.de, nue-news: Lilium-Knotenpunkt in Nürnberg    

Beitragsbild: Max Haselmann