Biofach meldet sich in Präsenz zurück

Biofach meldet sich in Präsenz zurück

Die Nürnberger Weltleitmesse BioFach meldet sich mit ihrer coronabedingten Summer Edition in Präsenz zurück. Bis Freitag präsentieren über 2.270 Aussteller aus 94 Ländern – 176 davon auf der Messe-Schwester Vivaness – Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik. Für den Messestandort ist das ein gutes Zeichen auf dem Weg zur Normalität. Allerdings reisten 2020 kurz vor dem Lockdown noch fast 3.800 Aussteller an. Das diesjährige Aussteller-Angebot für ein internationales Fachpublikum findet sich ergänzend auch hybrid auf der digitalen Plattform. Der begleitende BioFach-Kongress setzt Themen wie „Klimabewusste Produkte“, „Heimische Rohstoffe“, „Nachhaltige Verpackungslösungen“ und „Tierwohl“ auf die Agenda.

Für Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbandes BÖLW, „ist Bio die Antwort auf die Metakrisen“. Schon Corona habe das Bewusstsein für nachhaltige Erzeugerketten gestärkt. Laut Andres gaben die Verbraucher in Deutschland in den ersten fünf Monaten 2022 rund 35 Prozent mehr für Bio-Frischeprodukte aus als im gleichen Zeitraum 2019. Zwar sind im ersten Halbjahr 2022 die Umsätze des gesamten Lebensmittelhandels rückläufig. Doch der Bio-Markt zeigt sich robust und ist davon weniger stark betroffen.

BÖLW-Chefing Tina Andres: „Kopenhagen zeigt, wie man 90 Prozent Bio-Anteil bei Kantinen preisstabil erreicht.“

Durch Logistikkrise, steigende Energiekosten und Krieg in der Ukraine stiegen die Preise konventioneller Lebensmittel in den ersten sechs Monaten um gut 8 Prozent. Die gleichen Frischeprodukte in Bio-Qualität verteuerten sich um 5,2. Folglich verringert sich der Preisabstand zwischen Bio und konventionell deutlich. „Kürzere Wege bei Lieferketten und keine Abhängigkeit von teurem und schwer verfügbarem Stickstoff-Mineraldünger beim Bio-Anbau sorgen für die Stabilität des Bio-Marktes.”

Klimakiller Kunstdünger

„Kunstdünger macht immerhin ein Viertel des CO2-Ausstoßes der globalen Landwirtschaft aus“, ergänzt Louise Luttikholt, Geschäftsführerin des IFOAM. Das ist die Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen. Die weltweite Landwirtschaft selbst – häufig konventionell auf hohe Erträge mit Kunstdünger getrimmt – stehe wiederum für ein Viertel des globalen CO2-Ausstoßes.

Die derzeit hohen Düngerpreise machten es für ostafrikanische Bauern unwirtschaftlich, das fehlende Getreide aus der Ukraine selbst anzubauen. Immerhin sind die Preise ölbasierter Dünger um rund die Hälfte angestiegen. Daher plädiert Luttikholt erneut für ein System der Agrarökologie. Hierbei geht es nicht nur um den Output pro Fläche. Vielmehr gehe es um das gesamte Ernährungssystem, von Saatgut und Düngerformen über kleinere Bewirtschaftungsstrukturen bis zur Rolle bei der lokalen Versorgung.

Die Nürnberger Weltleitmesse BioFach ist unabhängig von Corona bereits rund um den Globus mit sechs Tochterveranstaltungen vertreten. Für den Herbst ist die 7. Tochtermesse in Saudi-Arabien angekündigt.

agrarheute.com, nordbayern.de, nue-news.de: Biofach mit eSpecial zufrieden

Schlagwörter: