Zum Inhalt springen

Warenhauskette Galeria steht zum Verkauf

Warenhauskette Galeria steht zum Verkauf

„Der Knochen ist nicht nur abgelutscht, er ist auch ausgesaugt und dreimal ausgekocht.“ Das sagte der Handelsexperte der Hochschule Niederrhein, Prof. Gerrit Heinemann dem Deutschlandfunk. Damit gehört er zu den Skeptikern, die in der dritten Galeria-Insolvenz – diesmal ein reguläres Verfahren – seit 2020 eine Chance für einen Neubeginn sehen. Immerhin lief es zuletzt operativ gar nicht so schlecht. Nun steht die Warenhauskette Galeria zum Verkauf und will sich so von den teuren Mieten trennen. Heinemann hat Zweifel: „Ich glaube, dass das Unternehmen nicht mehr zukunftsfähig ist.“

Auch der Kommentar in der FAZ versprüht wenig Aufbruchsstimmung: „Zu wenige Konzepte in den vergangenen Jahren haben funktioniert, zu viel wurde versprochen und zu wenig eingelöst.“ Und weiter heißt es: „Selbst der deutsche Staat schoss in den Krisen 680 Millionen Euro zu, damit verloren auch Steuerzahler Geld.“ Dagegen verbreiten Insolvenzverwalter und Galeria-Chef Optimismus. Mit einer vernünftigen Miete gebe es auch eine Zukunft. Zudem würden Gespräche mit potenziellen Investoren geführt.

Von den derzeit 92 Filialen bundesweit stehen aus der letzten Insolvenz noch 20 Standortschließungen zum Monatsende an. Größter Vermieter ist laut Immobilien Zeitung (IZ) die Signa-Gruppe mit 30 Standorten. Wie das Blatt erfahren hat, gingen rund 65 Prozent aller Mieten von Galeria an Signa. Anderen Berichten zufolge habe Signa bei 18 Häusern teils mehr als 30 Prozent vom Umsatz als Miete kassiert.

Von den bundesweit noch über 12.000 Beschäftigten arbeiten rund 230 am letzten Nürnberger Standort an der Lorenzkirche.

manager-magazin.de/chronologie ab 1879 bis heute (Abo), deutschlandradio.de (Audio), faz.net/kommentar (Abo), nue-news.de: Karstadt-Vermieter auch in Insolvenz, E-Paper Nürnberger Nachrichten (Abo)

Schlagwörter: