Undenkbares am Nürnberger Messeplatz

NürnbergMesse hofft auf besseres 2022

Die Weltfinanzkrise 2008 war nur eine Delle. Seit Jahrzehnten kannte die NürnbergMesse nur eine Richtung: Aufwärts. Die Strategie mit einem hochfokussiertem Messeportfolio mit vielen Weltleitmessen und eine konsequente Internationalisierung hatten sich bislang ausgezahlt. Doch die vielen, coronabedingten Absagen geplanter Veranstaltungen waren eindeutige Vorboten. Nun hat ein Messesprecher gegenüber Nodebayern.de bestätigt: „Gemeinsam mit unserem Betriebsrat ist es uns gelungen, durch ein Bündel an Maßnahmen die Personalkosten im laufenden Geschäftsjahr sozialverträglich um 20 Prozent zu reduzieren.“

Das ist ein bitterer Einschnitt für die zum Jahresstart noch weltweit 1200 Mitarbeitern, denen Geschäftsführer Peter Ottmann zunächst noch ein „Knallerjahr 2002“ vorhergesagt hatte. Zur Bilanzvorlage im Sommer war der Personalabbau bei den Töchtern Standbau und Catering nicht mehr zu vermeiden. Die Kernmannschaft von rund 600 Messebeschäftigten in Nürnberg sollte aber unangetastet bleiben.

Nürnberger Messetreiben in besseren Zeiten. Foto: Thomas Tjiang

Zur Jahresmitte war noch geplant, dass das Messejahr 2020 mit einem Restart im Herbst wieder Fahrt aufnehmen werde. Geschäftsführer-Kollege Roland Fleck sprach allerdings schon von einem „surrealen“ Jahr. Den geplanten Umsatz von 350 Millionen Euro im eigentlich starken Messejahr korrigierte er auf 100 Millionen Euro nach unten. „Corona hat unsere Messe schockgefrostet“, ergänzte Ottmann.

Das heruntergefahrene Messegeschäft trifft die gesamte Metropolregion. Schon der erste Lockdown habe die Region rund 1 Milliarde Euro gekostet. Ohne Messebesucher und Aussteller bleiben die Hotels empfindlich leerer, auch Gastro und Handel bis hin zur Taxibranche wurden schwer getroffen.

nordbayern.de

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