Umweltbilanz von Milch: Weidehaltung schlägt Stall

Ökologisch produzierte Milch auf der Weide ist umweltfreundlicher

Ökologisch produzierte Milch von Kühen auf der Weide ist umweltfreundlicher als Milch aus konventionellen Betrieben mit reiner Stallhaltung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA). Sie untersucht versteckte Umweltkosten der Landwirtschaft am Beispiel von Milchproduktionssystemen. Dabei unterscheidet die Studie zwischen konventioneller und ökologischer Produktion sowie Produktion mit und ohne Weidegang.

Konkret identifiziert das UBA drei zentrale Ergebnisse. Erstens ist Milchproduktion mit Weidegang besser für die Umwelt als Produktion mit ausschließlicher Stallhaltung. Zweitens produzieren ökologische Betriebe Milch fast immer umweltfreundlicher als ihre konventionelle Konkurrenz. Drittens haben Ökobetriebe mit Weidegang die geringsten Umweltwirkungen, während konventionelle Betriebe mit reiner Stallhaltung die höchsten Umweltschadenskosten verursachen.

Die Studie zeigt insbesondere die Folgen der Futterproduktion für die Umweltwirkungen. Bei der konventionellen Milchherstellung ist die Bereitstellung des Futters verantwortlich für 18 bis 34 Prozent der Treibhausgasemissionen der Milch und damit der Haupttreiber für die ⁠ Klimawirkung⁠. Dagegen sind es bei der ökologischen Produktion nur 6 bis 20 Prozent, also ein bis zwei Drittel weniger. Bei den direkten Verdauungsemissionen der Rinder schneidet die ökologisch produzierte Milch hingegen schlechter ab. Der Grund: Die einzelne Kuh gibt weniger Milch als die vergleichbare Kuh in konventioneller Haltung. Dadurch ist der Anteil der Verdauungsemissionen pro Kilogramm Milch höher.

Umweltschadenskosten sind Kosten, die der Allgemeinheit zur Last fallen. Dies sind etwa Kosten, die für das Gesundheitssystem als Folge von emissionsbedingten Krankheiten entstehen oder Kosten für die Wiederherstellung von beschädigten Ökosystemen. Die Klimaschadenskosten mit durchschnittlich 18 Cent machen dabei den größten Anteil der Umweltschadenskosten aus. Die Schadenskosten dürften allerdings in der Realität noch höher ausfallen. Denn bislang lassen sich beispielsweise Biodiversitätsverluste, also das Aussterben von z. B. Insekten oder Pflanzen noch nicht berechnen. 

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