Spielzeug: Kein Kinderspiel für chinesische Arbeiter

03.12.20

Spielwaren gelten im hiesigen Weihnachtsgeschäft als Hoffnungsträger beim Umsatz. Auf der anderen Seite der Welt, in den chinesischen Spielzeugfabriken bleiben die Arbeitsbedingungen menschenunwürdig. Das geht laut der Nürnberger Initiative Fair Toys Organisation aus dem aktuellen Entwurf des Toys Reports 2020 hervor.

Demnach fielen bis zu 112 Überstunden im Monat an. Psychische Gewalt durch Vorarbeiter und Fälle sexueller Belästigung erhöhen die Belastung am Arbeitsplatz. Unzureichender Arbeitsschutz und mangelhafte Maßnahmen zur Pandemieeindämmung gefährden die Gesundheit der Arbeiter. Im Auftrag der Christlichen Initiative Romero (CIR) untersuchten verdeckte Ermittler von China Labor Watch zwei Spielzeugfabriken, in denen u.a. Spielzeug für die Branchengrößen Mattel, Chicco und Fisher-Price hergestellt wird.

Dongyao-Fabrikunterkunft- mit Moskito- und Parasitenbefall Foto China Labor Watch

Das Nürnberger Bündnis Fair Toys (NBFT) hat in diesem Jahr in der Spielzeugstadt Nürnberg die Fair Toys Organisation aus der Taufe gehoben. „Immer mehr Menschen sind nicht länger bereit, Produkte aus ausbeuterischen Verhältnissen zu kaufen“, sagt Mitinitiator Maik Pflaum. „Die Fair Toys Organisation liefert hier eine wichtige Orientierung.“

Fair Toys-Mitinitiator Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero. Foto Thomas Tjiang

Das geplante deutsche Lieferkettengesetz, das Unternehmen etwas stärker für soziale und ökologische Produktionsbedingungen in die Verantwortung nehmen will, kommt nicht recht vom Fleck. Dabei fordern erstmals alle EU-Mitgliedsstaaten ein europäisches Lieferkettengesetz.

Germanwatch, handelsblatt,