„Sparkasse der Stadt der Reichsparteige“

Sparkasse Nürnberg schlägt sich typisch durchs Jahr

Kurz vor ihrem 200-jährigen Jubiläums im Jahr 2021 stellte sich die Sparkasse Nürnberg ihrer NS-Vergangenheit. Sie beauftragte als einstige „Großsparkasse im Nationalsozialismus“ den Historiker Dr. Andreas Stefan Hofmann, der weiße Flecken in der Unternehmensgeschichte schloss.

Die Arbeit „Die Stadtsparkasse Nürnberg 1933-1945“ beleuchtet den Weg zu einer Großsparkasse ab den 1930er Jahren. Das Nürnberger Institut ging 1821 als erste Sparkasse in Bayern an den Start. Es diente zunächst der Altersvorsorge und Minimierung des Altersrisikos. Im Dritten Reich sprang die Bilanzsumme von 1933 mit 82 Millionen Reichsmark auf 628 Millionen Reichsmark bei Kriegsende. Damit stieg sie „reichsweit“ zu den Top-Geldinstituten auf. Ab 1937 trug sie den offiziellen Namen „Sparkasse der Stadt der Reichsparteitage“.

Die Geschäftsgrundlage der Sparkasse Nürnberg basierte im Dritten reich auch auf den "Nürnberger Gesetzen"
Die „Nürnberger Gesetze“ wurden 1935 im Prachtbau des Nürnberger Industrie- und Kulturvereins zusammengeschustert. Damit stellten die Nationalsozialisten ihre antisemitische und rassistische Ideologie auf eine schein-juristische Grundlage. Foto: Thomas Tjiang

Die Untersuchung beleuchtet drei zentrale Aspekte des dunklen Kapitels der Sparkasse Nürnberg. Dazu zählte die von den Nationalsozialisten zugewiesene Rolle als „Kapitalsammelstelle“ zur Rüstungsfinanzierung. Dokumentiert ist auch die unrühmliche Nazifizierung der Sparkassenmitarbeiter. Unter dem parteilosen Sparkassenchef Albert Bauer waren 1945 von 454 Mitarbeitern 185 Mitglied bei der NSDAP und zugehörigen Organisationen. Drittens wird auch die Mitwirkung der Stadtsparkasse bei der Arisierung beleuchtet. Unter Gauleiter Streicher ging die skrupellose Selbstbereicherung als „Nürnberger Verhältnisse“ in die Geschichte ein. Das Kreditinstitut führte zahlreiche „Sperrkonten für die Arisierung“ sowie „Hausverwaltungskonten“ ehemals jüdischer Eigentümer. Die Abwicklung der Arisierung wäre ohne das Geldinstitut nicht möglich gewesen.

Beitrag „Die Sparkassen Nürnberg 1933-1945“