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Shutdown belastet Buchmarkt 2020

Lesekompetenz deutscher Schüler sinkt

Die deutsche Buchbranche schließt das Corona-Jahr 2020 mit einem Umsatzminus von 2,3 Prozent ab. Dieser Durchschnittswert deckt die zentralen Vertriebswege, vom stationären Sortimentsbuchhandel über E-Commerce inklusive Amazon bis zu Bahnhofsbuchhandel und Warenhäuser ab. Großer Verlierer war wegen Corona und Shutdown das stationäre Geschäft, es schloss das Jahr mit einem Minus von 8,7 Prozent ab.

„Die Lesebegeisterung war groß und die Nachfrage nach Büchern über weite Teile des Jahres hoch“, sagt Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Doch der zweite Shutdown im Dezember machte der Branche einen Strich durch die Rechnung. Die erneuten Ladenschließungen mitten im Weihnachtsgeschäft stoppten die Aufholjagd. Ansonsten wäre es Buchhandel fast gelungen, die Einbußen aus dem Shutdown im Frühjahr auszugleichen.

Angesichts der Verlängerung des Shutdowns startet die Buchbranche in ein weiteres schwieriges Jahr bevor. Daher ist der Abholservice „Click & Collect“ für Buchhandlungen unabdingbar, um die Schäden durch die Schließungen abzufedern.

Click & Collect im Nürnberger Buchhandel.
Click & Collect im Nürnberger Buchhandel ist wieder möglich, wie hier bei der Buchhandlung Rüssel. Foto: Thomas Tjiang

Sortimentsgewinner im vergangenen Jahr war das Kinder- und Jugendbuch. Es erzielte über alle Vertriebswege hinweg im Vergleich zum Vorjahr als einzige Warengruppe deutliche Zuwächse von 4,7 Prozent. Den größten Rückgang verzeichnete naturgemäß angesichts Corona und Reisebeschränkungen die Reiseliteratur mit 26,1 Prozent. Sachbücher rutschen 1,3 Prozent ins Minus.

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