Positives Umfeld für Biofach eSpecial

Biofach und Vivaness mit eSpecial zufrieden

Erstmals findet die Weltleitmesse Biofach als rein virtuelles eSpecial statt. Das wirtschaftliche Umfeld für Bioprodukte und Naturkosmetik bietet allerdings keinen Grund zum Klagen. Der Bio-Bereich sei eine blühende, kreative, dynamische und wachsende Branche. „Das Wachstum ist erheblich“, konstatiert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandschef des Bundes Ökologischer Lebensmittel (BÖLW). „Der Umbau des gesamten Ernährungssystems vom Acker bis zum Teller kommt voran.“ Genaue Zahlen will der Spitzenverband landwirtschaftlicher Erzeuger, Verarbeiter und Händler ökologischer Lebensmittel erst zum virtuellen Start des Messeduos Biofach und Vivaness (17. – 19. Februar) bekanntgeben.

Corona habe dazu geführt, dass mehr Bio-Produkte im Lockdown gekauft und zubereitet wurden. Löwenstein sieht die Bio-Branche als Treiber von Innovationen, die oft in nachhinein „Richtschnur für die gesamte Landwirtschaft“ geworden sind. Dazu zählt er auch das altbewährte Lieferdienst-Modell für Bio-Kisten. Die Anbieter seien in der Pandemie an die Überlastungsgrenze gestoßen.

Positives Umfeld für Biofach eSpecial
Virtuelles Pressegespräch macht Lust auf das virtuelle Biofach eSpecial. „Zuerst fehlte mit das Vorstellungsvermögen“, sagt Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung der NürnbergMesse (obere Reihe rechts; untern von li.:) Mirja Eckert, Felix Prinz zu Löwenstein und Louise Luttikholt.
Foto: Thomas Tjiang

Die internationale Dachorganisation IFOAM – Organics International gestaltet als Biofach-Schirmherrin auch den Biofach-Kongress maßgeblich mit. Unter dem Messemotto „Shaping Transformation. Stronger. Together“ liegt ein Fokus nachhaltige Praktiken und Versuche aus der lokalen Nachbarschaft nutzbar zu machen. Die Pandemie ist für uns ein Augenöffner“, unterstreicht Louise Luttikholt, Geschäftsführerin des IFOAM. Die Initiative vereinigt immerhin über 700 Mitgliedsorganisationen aus über 115 Ländern. Luttikholt thematisiert im interaktiven Kongressteil auch das ehrgeizige Öko-Ziel der EU. Immerhin soll die landwirtschaftliche Biofläche bis 2030 auf 25 Prozent steigen.

Auch die Naturkosmetik ist insbesondere im deutschsprachigen D-A-CH-Raum „der relevante Wachstumsmarkt“. Das unterstreicht Branchenexpertin Mirja Eckert, Inhaberin der Agentur The New. Die gesättigte Gesamtbranche wird 2020 voraussichtlich erneut mit einem leichten Umsatzminus von 0,1 Prozent abschließen. Das Nischengeschäft mit Naturkosmetik sei dagegen um 5,5 Prozent bis 7 Prozent gestiegen. Dafür hätten allein im deutschen Leitmarkt auch 1,3 Millionen Neukunden gesorgt.

Zum Biofach eSpecial haben sich bereits über 1200 Aussteller aus 81 Ländern angemeldet. Für die rein virtuelle Neuheitenschau liegen bereits über 600 Produkte vor. Der begleitende Biofach-Kongress bietet in sechs Foren rund 70 Einzeltermine. Die Vorträge sind interaktiv angelegt und können live gestreamt als auch später on demand abgerufen werden. Gleiches gilt auch für den parallel stattfindenden Spezialkongress StadtLandBio (18. Februar). Er richtet sich in erster Linie an Kommunen und Regionen.

nordbayern.de