Optisch perfektes Gemüse belastet Umwelt

Optisch perfektes Gemüse belastet Umwelt und Klima

Was im Obst- und Gemüseregal besonders makellos ausschaut, verspricht dem Verbraucher mehr Genuss und dem Handel mehr Geschäft. Tatsächlich belastet optisch perfektes Gemüse und Obst sowohl Umwelt als auch Klima. Das konstatiert das Umweltbundesamt (UBA) und fordert vom Handel mehr Natürlichkeit für Äpfel, Möhren & Co. Flankenschutz kommt auch vom Marktcheck der Verbraucherzentralen. Auf die optischen Ansprüche des Handels folgen häufig zusätzlich Pflanzenschutz- und Düngemittel auf dem Acker.

„Die gesetzlichen Vorgaben reichen aus für hochwertige Lebensmittel“, sagt UBA-Präsident Dirk Messner. „Der Handel muss hier nicht noch unnötig nachlegen.“ So bekommen beispielsweise Kartoffeln gegen gesundheitlich unbedenklichen Silberschorf eine ordentliche Ladung Fungizid-Wirkstoffe ab. Genauso funktioniert es für die perfekte Schale bei Äpfeln und Birnen. Fungizide, wie beispielsweise Prothioconazol oder Penflufen, sind für Wasserorganismen sehr giftig.

Die Vorgaben für eine lediglich perfekt Optik hat noch eine andere Konsequenz. Verfehlen Obst und Gemüse das Maß, bleiben Erzeuger auf ihren Produkten sitzen. Im besten Fall landet die Ware in einem Saft. Ansonsten enden sie als Futter, werden untergepflügt oder anderweitig entsorgt.

Von einem Umdenken im Ladenregal profitieren neben der Umwelt auch Verbraucher und Erzeugerbetriebe. Dann brauchen Landwirte weniger Pflanzenschutz- und Düngemittel und können einen größeren Anteil ihrer Produkte verkaufen. Verbraucher können häufiger zu Kohlrabi ohne Blattschmuck greifen. Sie sind länger frisch, weil die Blätter kein Wasser mehr verdunsten.

UBA-Empfehlungen zum Download: Mehr Natürlichkeit im Obst und Gemüseregal