Oikocredit 2020: Global helfen – ohne Rendite

Oikocredit 2020: Global helfen – ohne Rendite

Die Covid-19-Pandemie infiziert auch den Sozialinvestor Oikocredit. Der Oikocredit Förderkreis Bayern mit Sitz in Nürnberg überzeugte 2020 weitere 250 neue Anleger. Die Genossenschaft sammelt Geld ein, um wirtschaftlich benachteiligte Menschen im Globalen Süden zu unterstützen. Dafür vergibt Oikocredit zum Beispiel Mikrokredite, um lokale Geschäfte, Bildungs- oder Gesundheitsprojekte zu unterstützen. Dieses Geld fließt überwiegend nach Afrika, Asien sowie Lateinamerika und in die Karibik. Der bayerische Förderkreis verbuchte im letzten Jahr ein Plus beim Anlegerkapital von 3,8 Millionen Euro auf nunmehr rund 88 Millionen Euro.

Der bayerische Vereins-Geschäftsführer Joachim Pietzcker bewertet 2020 als einen großen Vertrauens- und Solidaritätsbeweis. „Bemerkenswert ist, dass fast alle Mitglieder unseres Vereins – trotz der wirtschaftlichen Ungewissheit infolge von Pandemie und Lockdowns – investiert geblieben sind.“ Die Rendite für die nachhaltigen Anleger ist prinzipiell auf 2 Prozent gedeckelt. Allerdings gab es 2020 gar keine Ausschüttung.

Angesichts der rapide um sich greifenden Pandemie ergriff Oikocredit rasche Maßnahmen, um ihr Geschäftsmodell zu sichern. Hier waren unter anderem Beratung und Schulung für 563 Partnerorganisationen gefragt. Inhaltlich dreht es sich um die Bereiche inklusives Finanzwesen, Landwirtschaft und erneuerbare Energien. Daher konnten die Partner im Globalen Süden das Leben wirtschaftlich benachteiligter Menschen in 63 Ländern verbessern.

Oikocredit International ist die niederländische Dachgesellschaft. Sie wurde 1975 für eine gerechtere Welt auf Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen gegründet. 2020 verzeichnete die internationale Genossenschaft einen Nettoverlust in Höhe von 22,2 Millionen Euro. Die Bilanzsumme ging leicht auf 1,24 Milliarden Euro zurück.

sonntagsblatt.de

Beitragsbild: Der oberste Kaffee-Verkoster und Qualitätskontrolleur von Fapecafes aus Ecudor, José Hernesto Apolo Espinoza, bei einer Nürnberger Oikocredit-Veranstaltung. Archivbild 2018