Neun von zehn junge Forscher arbeiten befristet

Neun von zehn Nachwuchsforscher in befristeten Jobs

Der Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2021 (BuWiN) wirft einen interessanten Blick auf den Forschernachwuchs in Deutschland. Zwar liegt die Arbeitslosigkeit von Promovierten in den ersten zehn Jahren nach der Promotion bei etwa 1 bis 2 Prozent. Allerdings sind 92 Prozent des hauptberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personals an Hochschulen (unter 45 Jahren, ohne Professoren) befristet beschäftigt. An außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (AUF), dazu zählen beispielsweise die Fraunhofer-Gesellschaft oder das Max-Planck-Gesellschaft, fällt der Anteil des befristet beschäftigten wissenschaftlichen Personals etwas geringer aus. Bei den unter 35- Jährigen ohne Promotion liegt die Befristungsquote bei 90 Prozent, bei den Promovierten unter 45 Jahren bei 72 Prozent.

Die durchschnittliche Vertragslaufzeit von Promovierenden liegt bei 22 Monaten. Für Post- docs gibt es mit 28 Monaten etwas mehr Sicherheit. Allerdings sind 37 Prozent der Nachwuchswissenschaftler nur in Teilzeit beschäftigt. Dieser Anteil fällt bei den unter 35-Jährigen etwas höher aus und sinkt für die Gruppe zwischen 35 und 45 Jahren.

Der BuWiN widmet sich auch dem Thema Vereinbarkeit von Familie und akademischer Karriere. Demnach gründen Nachwuchswissenschaftler nach wie vor seltener eine Familie.  Altersgleiche Hochschulabsolventen außerhalb der Wissenschaft folgen unbeschwerter ihren Kinderwünschen. Dabei identifiziert schon der BuWiN von 2017 den hohen Kinderwunsch beim wissenschaftlichen Nachwuchs. Der aktuelle Bericht vermutet, dass insbesondere bei den Wissenschaftlerinnen ein hoher Anteil kinderlos bleibt. Die wichtigsten Gründe sind berufliche Unsicherheiten sowie mangelnde Vereinbarkeit und eine geringe finanzielle Sicherheit.

Bei Promovierenden liegt der Median der monatlichen Nettoeinnahmen bei 1.700 Euro. Drei Viertel der Promovierenden in den Ingenieurwissenschaften haben Nettoeinkünfte von 2.000 Euro und mehr. Bei Promovierenden liegt die tatsächlich geleistete durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei 43 Stunden. Tatsächlich beträgt die vertragliche Arbeitszeit im Durchschnitt 30 Stunden. Bei promovierten wissenschaftlichen Mitarbeitern sieht die vertraglich geregelte wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt 37 Stunden vor. In der Praxis erreicht die Wochenarbeitszeit durchschnittlich 47 Stunden.