IG BAU: Frauen besonders von Pandemie betroffen

IG BAU: Frauen besonders von Pandemie betroffen

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März fürchtet die Gewerkschaft IG BAU einen Rückschritt bei der Gleichberechtigung in Folge der Corona-Pandemie in Nürnberg. „Insbesondere Minijobs werden in der Krise zunehmend zur Karrierefalle“, kritisiert die mittelfränkische Bezirksvorsitzende Iris Santoro. In der Gebäudereinigung seien solche Arbeitsverhältnisse besonders verbreitet. In Nürnberg sind laut Arbeitsagentur 63 Prozent aller rund 9.300 Minijobs in der Branche in Frauenhand.

Die IG BAU Mittelfranken verweist zugleich auf die gestiegene Belastung von Frauen in der Pandemie. „In Zeiten geschlossener Kitas und Schulen bleibt die Kinderbetreuung nach wie vor meist an den Frauen hängen. Hinzu kommen die Arbeit im Haushalt und die Pflege von Angehörigen“, unterstreicht Santoro.

Nach einer repräsentativen Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ist die durchschnittliche Erwerbsarbeitszeit von Frauen im Zuge der Corona-Krise stärker gesunken als die von Männern. Vor Ausbruch der Pandemie arbeiteten Frauen demnach im Durchschnitt fünf Stunden pro Woche weniger als Männer in einem bezahlten Job. Im Herbst 2020 betrug die Differenz bei Erwerbstätigen mit betreuungsbedürftigen Kindern elf Stunden pro Woche. Zwei Drittel der befragten berufstätigen Frauen mit Kindern gab an, in der Partnerschaft den größeren Teil der Kinderbetreuung zu übernehmen. Sieben Prozent sahen die Hauptverantwortung bei ihrem Partner, 27 Prozent sprachen von einer Gleichverteilung der Sorgearbeit.

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