Horizontales Gewerbe kommt zum Erliegen

Statistiker sehen Pandemie nicht als Insolvenztreiber

Auch die käufliche Liebe kommt durch die Corona-Pandemie unter die Räder. Das stellt das Bayerische Landesamt für Statistik aus Fürth fest. Demnach gab es Ende 2020 bayernweit exakt 4.105 tätige Personen und 513 angemeldete Gewerbe. Ein Jahr zuvor zählten die Statistiker noch über 8.100 Menschen im Prostitutionsgewerbe, also fast das Doppelte. Dagegen blieb die Anzahl der Gewerbe nahezu unverändert.

Den Großteil der gemeldeten Personen meldete die Stadt München, davon unabhängig kann die Tätigkeit jedoch auch andernorts ausgeführt werden. In der Landeshauptstadt fanden sich auch mehr als ein Drittel aller bayerischen Prostitutionsgewerbe, während Nürnberg knapp jeden fünften Betrieb erfasst.

Die Fürther Statistiker vermuten, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie diese Entwicklung maßgeblich beeinflusst haben. Damit sind wohl Lockdown, Ausgangssperre und Maskenpflicht gemeint. 1.600 tätige Personen hatten eine rumänische Staatsangehörigkeit, 540 eine deutsche. Vier von fünf gewerblichen Liebesdienern waren im Alter von 21 bis unter 45 Jahren, 2 Prozent jünger und 18 Prozent älter.