Geschäft der Umweltbank sprießt

Umweltbank AG, Vorstandssprecher Jürgen Koppmann. Foto: Thomas Tjiang

Das grüne Geschäft der Nürnberger Umweltbank sprießt weiter. Auf Basis vorläufiger Zahlen stieg die Bilanzsumme um knapp 20 Prozent auf 4,9 Mrd. Euro. Erneut waren im vergangenen Jahr die Umweltkredite für ökologische Bauprojekte oder Sanierungen ein wichtiger Treiber der Entwicklung. Das Volumen kletterte um 11 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Das Neukreditgeschäft legte von 543 Millionen Euro auf 689 Millionen Euro zu.

Allerdings hätte die Corona-Pandemie der börsennotierten Umweltbank beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im ersten Corona-Halbjahr 2020 brach das Kreditgeschäft um 17 Prozent ein. Lockdown und Home-Office legten mit fehlenden Notebooks und ohne entsprechende Prozesse das Geschäft lahm. Der Rückstand konnte allerdings im zweiten Halbjahr aufgeholt werden.

Der Vorsteuerergebnis überraschte mit 37 Millionen Euro, ein Wert leicht über dem Vorjahr. Denn Personalkosten und andere Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich ordentlich um jeweils rund 25 Prozent. Die früher mal ertragsbringende Zinsmarge schrumpfte branchenüblich wegen der Nullzinspolitik der EZB. Allerdings sorgte der nach Jahren gewonnene Gerichtsprozess wegen Markenkosten für einen außergewöhnlichen Ertrag von fast 5,5 Millionen Euro.

Ein Meilenstein im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Finanzierung des Solarparks Schornhof. Er gilt derzeit als Bayerns größter Solarpark und soll in diesem Jahr auf eine Leistung von 130 Gigawattstunden kommen. Hier beläuft sich das Kreditvolumen auf 60 Millionen Euro. Das Besondere am Solarpark Schorndorf ist der sogenannte PPA-Ansatz (Power-Purchase-Agreement). Abseits der EEG-Regularien vermarktet der Anlagenbetreiber den Strom direkt an einen Großabnehmer.

Unter der Überschrift nachhaltige Geldanlage sammelte 2020 der erste Fonds der Umweltbank, der UmweltSpektrum Mix, 42 Millionen Euro ein. Vorstandssprecher Jürgen Koppmann kündigte für dieses Jahr zwei weitere Umwelt-Mischfonds an.

Geschäft der Umweltbank sprießt
Für Vorstandssprecher Jürgen Koppmann Koppmann steht die Umweltbank für „guten Kapitalismus“.. Foto: Thomas Tjiang

Bis Ende Dezember legte die Zahl der Mitarbeiter von 201 auf 250 Beschäftigte zu. Pandemie-bedingt seien deren Gehälter bis Dezember eingefroren gewesen. Im laufenden Jahr soll laut Vorstand Goran Bašić die Belegschaft in ähnlicher Größe steigen. Insbesondere Kreditgeschäft und IT sollen personell verstärkt werden.

Koppmann beschreibt die Idee der Umweltbank als „guten Kapitalismus“. Sie stehe für „Finanzierungen für die gute Sache“. Für das laufende Jahr rechnet er mit weiter wachsenden Geschäften und einem Ergebnis auf Vorjahresniveau – ohne Sondereffekte. Das sei sportlich, angesichts einer auf rund 1,1 Prozent halbierten Zinsmarge. „Wir müssen für den gleichen Ertrag doppelt so lang arbeiten.“

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