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Bargeldloses Zahlen überholt Cash an Kasse

Im letzten Jahr waren bargeldlose Zahlungen an den Ladenkassen meistgenutzte Variante

Die Skandinavier haben es schon lange den deutschen Urlaubern gezeigt. Schilder mit „No Cash“ sind schon lange selbst bei Bäckern Normalität. Aber auch in Deutschland setzen Einzelhändler verstärkt auf Self-Checkout- und Self-Scanning-Systemen. Zudem legen mobile Geräte mit Kassenfunktion im Trend. Vor diesem Hintergrund sind die Studie der Bundesbank keine Überraschung. Im letzten Jahr waren bargeldlose Zahlungen an den Ladenkassen in Deutschland die meistgenutzte Variante.

„Der Trend hin zu bargeldlosen Zahlungen setzt sich fort“, erklärte Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Bundesbank. „Bargeld war dennoch weiterhin das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel.“ Laut Studie kamen Scheine und Münzen noch bei 45 Prozent aller Zahlungen zum Einsatz. Dies sind 6 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2023.

Dröselt man die unbaren Zahlungsmöglichkeiten auf, bleibt Bargeld die wichtigste Möglichkeit. Dann folgt Debitkarte mit einem Anteil von 26 Prozent. Die mit Abstand meistgenutzte Debitkarte war die Girocard. Auf Platz drei finden sich mobile Bezahlverfahren wie zum Beispiel das Bezahlen mit dem Smartphone. Mobile Verfahren kommen auf 10 Prozent aller Zahlungen. Internetbezahlverfahren haben ihren Anteil im Vergleich zum Jahr 2023 auf 6 Prozent verdoppelt.

Gemessen an der Summe der bezahlten Beträge hatte die Debitkarte – wie schon im Jahr 2023 – den größten Anteil. Dieser sank jedoch um 4 Prozentpunkte auf 28 Prozent. Bargeld und Überweisungen kamen jeweils auf 23 Prozent des Umsatzes. „Die Vielfalt an Zahlungsmitteln ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Neben klassischen Verfahren wie Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen haben sich digitale Geldbörsen, app- und internetbasierte Bezahlverfahren etabliert“, erläuterte Balz.

Bei Internetbezahlverfahren dominiert Paypal mit einem Marktanteil von rund 86 Prozent. Europäische Bezahlverfahren wie Wero und perspektivisch auch der digitale Euro könnten künftig Marktanteile von außereuropäischen Anbietern zurückgewinnen. Denn eine große Mehrheit der Befragten hält es für erforderlich, dass Europa im Zahlungsverkehr unabhängiger wird.

Bundesbank-Vorstand Balz weist in diesem Zusammenhang auf die Strategie des Eurosystems für den bargeldlosen Zahlungsverkehr hin: „Unsere Strategie zielt neben der Entwicklung des digitalen Euro auch auf die Unterstützung europäischer Bezahlverfahren wie Wero und auf die stärkere Förderung der Verbreitung von Echtzeitüberweisungen ab.“ Das letzte Wort hätten allerdings die Menschen – sie sollten auch künftig frei wählen können, wie sie bezahlen möchten.