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Motivation zum Firmen-Chef in eigener Sache

IHK-Gründerpreis Mittelfranken blickt 2026 auf eine 30-jährige Geschichte zurück

Der IHK-Gründerpreis Mittelfranken blickt in diesem Jahr auf eine 30-jährige Geschichte zurück. 1996 hob die IHK Nürnberg den Wettbewerb als Teil einer Existenzgründungsoffensive aus der Taufe. Ziel ist es bis heute, das Gründerklima in der Region zu verbessern. Für die diesjährige Runde können junge Betriebe, die ab 2021 aktiv sind, noch bis Ende Juni 2026 ihre Bewerbungen online beim IHK-Gründerpreis-Portal einreichen. Gesucht sind erfolgreiche Neugründungen und auch gelungene Unternehmensnachfolgen. Preiswürdig sind unter anderem besondere technische Neuerungen und originelle Marketing-Konzepte. Außerdem hat die Jury einen Blick auf innovative Formen der Unternehmensorganisation und Erfolge bei neuen Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro

Das Thema betriebliche Nachfolge ist ein Dauerbrenner. Denn Deutschlands Mittelstand sucht sowohl in der IHK-Welt als auch bei Handwerksbetrieben dringend Nachfolger. Aber die Lücke zwischen abgabebereiten Betrieben und geeigneten Übernehmern wird immer größer. Die Verleihung des IHK-Gründerpreises findet Mitte Oktober im „Haus der Wirtschaft“ der IHK Nürnberg statt. Als Besonderheit gibt es dieses Mal wieder einen „IHK-Gründertag“. Bei diesem Thementag stehen zahlreiche Institutionen aus der regionalen Startup-Szene allen Gründungs- und Nachfolgeinteressierten für Fragen zur Verfügung.

Aktuell zieht auch das Gründernetzwerk BayStartUP mit seinen Businessplan Wettbewerben in Nord- und Südbayern eine positive Zwischenbilanz. Immerhin kürten die Financial Times und Statista die Gründerschmiede aktuell zu einem der drei führenden Startup-Hubs Europas. Für das Wettbewerbsjahr 2026, gerade läuft die Juryphase bei der dritten und letzten Wettbewerbsphase, diagnostiziert einen Rekord. Mit 224 Einreichungen in Nord- und Südbayern habe man eine neue Bestmarke bei den Teilnehmern erreicht.

Auch inhaltlich überzeugen die Startups: Die Businesspläne zeigen starke Teams, belastbare Geschäftsmodelle und einen klaren Blick auf Umsetzung, Wachstum und wirtschaftliche Tragfähigkeit. Genau darum geht es in Phase 3: aus einer Idee ein Unternehmen mit Substanz zu entwickeln.

Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, ZEW, gießt allerdings Wasser in den Wein. In Deutschland, Frankreich und Großbritannien bleibt erhebliches Wachstumspotenzial ungenutzt. Das ZEW hat mehr als neun Millionen Unternehmensgründungen in Europa unter die Lupe genommen. Dabei ging es unter anderem um die Regionen der Startups-Gründungen. Hier zeigt sich, dass sich die unternehmerische Dynamik in Europa auf Metropolen konzentriert. In Deutschland schnitten München und forschungsstarke Regionen wie Bonn, Heidelberg und Jena gut ab. International waren Paris und London sowie Regionen wie Cambridge, Oxford und Lyon Schwerpunkte.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Europa erhebliches Gründungspotential hat, aber bessere Bedingungen braucht, damit aus vielversprechenden Start-ups tatsächlich Scale-ups werden.“ Das erklärt Prof. Hanna Hottenrott, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. Die Analyse betrachtete das Potenzial im Zeitraum zwischen 2009 und 2023. Anders als Frankreich habe Deutschland trotz guter Ausgangslage an Dynamik verloren.

Die ZEW-Forscher stufen für die europäische Wettbewerbsfähigkeit ein ganzes Bündel an Rahmenbedingungen als wichtig ein. Dazu gehören Aspekte, wie einfach Markteintritt, Finanzierung, Talentzugang und Wachstumshürden sind. „Einzelmaßnahmen reichen nicht aus, wenn junge Unternehmen in fragmentierten Märkten nicht schnell skalieren können“, heißt es weiter.

Für Deutschland diagnostiziert der Gründungsmonitor der KfW im Jahresvergleich eine steigende Gründerlust. 2025 gab es rund 690.000 Gründer – nach 585.000 im Jahr zuvor. Allerdings gingen die angehenden Chefs auf Nummer sicher und entschieden sich wesentlich für eine Firma im Nebenerwerb. Die Zahl der Gründungen im Vollerwerb lag quasi unverändert bei 206.000. Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der Gründungen in Deutschland aber deutlich gesunken. 2002 etwa gab es noch rund 1,5 Millionen Existenzgründungen.