Ausbildungs-Abbrecher schaffen Probleme für Betriebe

Anteil der Firmen mit Ausbildungsabschlüssen brach ein

Im Jahr 2019 blieben 26 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland unbesetzt. Unabhängig von einer Corona-Delle im laufenden Ausbildungsjahr schafft diese Entwicklung langfristig Probleme für Betriebe. Für sie wird es immer schwieriger, ihren Fachkräftebedarf zu sichern. Das betont das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Zusätzlich endeten im Ausbildungsjahr 2018/2019 15 Prozent aller abgeschlossenen Ausbildungsverträge vorzeitig. Bei 60 Prozent der in der laufenden Ausbildung abgebrochen Verträge ging die Initiative von den Azubis aus. Brachen die Betriebe die Ausbildung ab, nannten sie insbesondere fehlendes Engagement, mangelndes Sozialverhalten und eine Überforderung der Auszubildenden.

Das IAB hat auch die genannten Gründe nach Betriebsgröße differenziert. Demnach nennen vor allem Kleinstbetriebe mangelndes Sozialverhalten als Grund für die Auflösung der Verträge. Größere Betriebe sehen häufiger Überforderung oder fehlende Eignung als wichtigste Ursache.

Um die Attraktivität der Ausbildungsplätze zu erhöhen, bot ein Großteil der Ausbildungsbetriebe im Jahr 2019 Geld- und Sachleistungen über die Ausbildungsvergütung hinaus an. Die häufigsten Instrumente stellten Zuschüsse zur Altersvorsorge, Leistungen zur Unterstützung der Mobilität sowie Prämien und Sonderzahlungen dar. Insgesamt machten 63 Prozent der Ausbildungsbetriebe davon Gebrauch.

Interessanterweise zeigt die Studie, dass Betriebe mit Sonderleistungen nicht weniger Besetzungsschwierigkeiten der Ausbildungsplätze haben. Die Angebote für Sonderleistungen wären demnach eine Reaktion auf die Probleme, Stellen zu besetzen oder vorzeitige Vertragslösungen zu verhindern.

IAB-Studie: Ausbildungs-Abbrecher, nue-news.de: Azubis gesucht    

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