Mit dem fertiggestellten Modul 8 ist der letzter Baustein des Erlanger Siemens Campus gesetzt. Er gilt gleichermaßen für den Konzern und für die Region zu Recht als Leuchtturmprojekt. Für den regionalen Markt der Büro- und Gewerbeimmobilien ist das geplante 500 Millionen-Projekt ein Spitzenwert. Aber anders als der Zeitplan ließ sich das Baubudget nicht einhalten. Anders als der Campus-Zeitplan sind die Baukosten aus dem Ruder gelaufen. Für die insgesamt sind 16 Bürogebäude, ein Empfangsgebäude, ein Labor- und Forschungsgebäude sowie sieben Parkhäuser war letztlich rund eine Milliarde Euro nötig. Corona-Krise und die russische Invasion in die Ukraine haben allein seit dem Jahr 2020 den Baukostenindex für Bauunternehmen – mit Material, Arbeit und Ausrüstung – empfindlich die die Höhe getrieben. Für Siemens ist der Standort mit 16.000 Beschäftigten der weltgrößte seiner Art. Das Transformationsprojekt hat einen ehemaligen Forschungsstandort in ein offenes, nachhaltiges Stadtquartier und einen modernen Campus gewandelt. Dort sind nun die meisten Siemens-Standorte im Großraum Nürnberg konsolidiert. Zusätzlich entsteht bis Anfang der 2030er Jahre noch ein urbanes Wohngebiet mit 2.000 Wohnungen für Familien, Singles und Studenten sowie ein Hotel und Gesundheitszentrum.
Vision einer ONE Tech Company
Nun sind alle operativen Geschäfte von Siemens sind auf dem Campus vertreten. Siemens Foundational Technologies forscht hier, die Niederlassung Mittelfranken betreut die Kunden und Partner in der Region, die Professional Education bildet aus. Restaurants und Geschäfte machen den Campus zu einem Treffpunkt für die Mitarbeiter von Siemens, aber auch für die Erlanger. „Mit dem Siemens Campus Erlangen ist aus einer Vision Realität geworden“, sagte Siemens Finanzvorständin Veronika Bienert. Sie ist zugleich Sprecherin des Vorstands für die Metropolregion Nürnberg ist. Für sie steht der Campus für Innovation, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit. „Hier entstehen in interdisziplinären Teams die Technologien und Lösungen von morgen.“ Der Campus mach sichtbar, was Siemens als ONE Tech Company auszeichne: die Verbindung von Technologie, Expertise und Zusammenarbeit über alle Geschäftsbereiche hinweg.
Erhalten bleibt auch weiterhin der Siemens Technology Campus Erlangen am Europakanal, der gerade sogar noch ausgebaut wird. Hier ist mit dem Gerätewerk Erlangen (GWE) die Entwicklung und Fertigung industrieller Steuerungen für Werkzeug und Produktionsmaschinen, Antriebe und Frequenzumrichter angesiedelt. Auch das Elektronikwerk Fürth (EWF), ebenfalls eine Sparte der Digital Industries, bleibt erhalten. Dort liegt der Fokus auf Produkte der Fabrikautomation und industrieller Schalttechnik. Außerdem ist das EWF die Weltzentrale Human Machine Interfaces von Siemens.
