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Wicklein übernimmt Oblaten-Hersteller Wetzel

Nürnberger Lebkuchenhersteller Wicklein übernimmt den Hersteller der Karlsbader Oblaten Wetzel

Auf der Homepage des Nürnberger Lebkuchenherstellers Wicklein findet sich eine stattliche Firmenhistorie. 1615 erhielt Johann Jäckel das Meisterrecht für seine Nürnberger Backstube mit Lebkuchen. Über 270 Jahre später heiratet Gottfried Wicklein in die traditionsreiche Lebküchnerei ein. Für dieses Jahr fehlt allerdings noch die Info, dass seit 1. Juni der Dillinger Hersteller der Karlsbader Oblaten, Wetzel, zur Wicklein Familie gehört. „Mit den berühmten Karlsbader Oblaten von Wetzel verbreitern wir das Wicklein-Sortiment um ein etabliertes und erfolgreiches Produkt, das perfekt in unser Portfolio passt“, erklärt Wicklein-Geschäftsführer Jürgen Brandstetter.

Wie Wicklein weiter mitteilt, so der gekaufte Standort in Dillingen und seine rund 50 Arbeitsplätze langfristig und eigenständig erhalten bleiben. Gleichzeitig stärkt die Nürnberger Lebküchnerei sein Ganzjahressortiment. Bislang fanden sich unter anderem nur diverse Bio-Kekse im Angebot. Wicklein übernimmt nun Marketing und Vertrieb und verspricht sich dadurch weiteres Wachstum. Das Traditionsunternehmen ist nach eigenen Angaben im Segment Weihnachtsgebäck Marktführer in Süddeutschland und exportiert in die USA und nach Asien.

Die Wurzeln von Wetzel reichen bis ins Jahr 1923 gründeten zurück. Im heute tschechischen Marienbad produzierte die Konditorei des Café Engel Oblaten nach einem Mönchsrezeptur. mit Butter, Zucker, Mandeln und Haselnüssen gefüllt und zweimal gebacken. Später kamen auch die Karlsbader Oblaten mit ins Programm. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte Marlene Wetzel, inzwischen Kriegswitwe, das Oblateneisen für die Karlsbader Oblaten im Kinderwagen mit ins bayerische Dillingen.

Mit der Übernahme stärkt auch der Nürnberger Branchenriese Lebkuchen-Schmidt seine Marktstellung. Denn seine Muttergesellschaft, die E. Otto Schmidt Lebkuchen Verwaltungs GmbH, hält auch die Mehrheit an Wicklein. Das saisonale Lebkuchengeschäft ist allerdings für Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten längst kein Selbstläufer mehr. Zuletzt zählte das Bayerische Landesamts für Statistik einen Lebkuchenberg mit insgesamt 56.961 Tonnen. Das war ein Minus von fast 10 Prozent. Dennoch dominieren die bayerischen Produktionsstätten den Markt. Sie stehen deutschlandweit für 70 Prozent der hergestellte Lebkuchen.