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Weltmeisterliche Schokolade und Pralinen

Handgefertigte Pralinen der Chocolaterie & Patisserie Grand Cru von Kaerlein-Seip

Für die Liebhaber handgefertigter Pralinen ist das Sortiment der Chocolaterie & Patisserie Grand Cru ein verführerisches Paradies. Je nach Saison lockt Konditormeisterin Anna Kaerlein-Seip mit verschiedenen Geschmacksrichtungen. So gibt es mal eine exotische Passionsfrucht-Trüffel-Praline oder eine Lavendel-Marzipan-Variante, bei der man die südfranzösische Sonne auf der Zunge hat.

Patisserie, „das Süß in der Küche“, ist von jeher ihre große Leidenschaft. Damit hat sie in der mittelfränkischen Provinz einen kleinen, aber feinen Betrieb aufgebaut.

„Die Selbstständigkeit war eigentlich nie mein Wunsch“, sagt Kaerlein-Seip, Jahrgang 1980, im Rückblick. Andererseits wollte sie immer so arbeiten, wie sie es sich vorstellt. Begonnen hat es eigentlich mit Pralinen für einen befreundeten Winzer, die gut ankamen. Ihre süßen Leckereien ziehen weitere Kreise, so dass sie irgendwie „in den Nebenerwerb reinpurzelt“. 2008 wird auf dem ehemaligen Hof ihrer Eltern im Burgbernheimer Ortsteil Hochbach ein 12 qm großer Raum zur Schokoladenwerkstatt.

Ihre Schokoladen und Pralinen kommen gut an. Ein Jahr später wechselt sie in den Vollerwerb. Ihr früheres Kinderzimmer wird zum Verkaufsraum umgebaut. Diese Zeit war gleichermaßen hart, aber auch sehr befriedigend. Der Tagesablauf war strikt: „Vormittags produzieren, nachmittags verkaufen, nachts war die Zeit für die Buchhaltung.“ Es sei gut gelaufen, die Mund-zu -Mundpropaganda lockten Käufer an. Doch ihre Abgeschiedenheit in dem Dorf mit zehn Häusern wird für manche Kunden zum Problem, die wollen am liebsten eine Belieferung. Doch dafür ist ihre Manufaktur noch zu klein. Stattdessen kämpft sie mit ihrem ersten, florierenden Weihnachtsgeschäft, sie muss von sieben Uhr morgens bis 22 Uhr durchproduzieren.

Auf den Punkt bereit sein und alles geben, ist für die verheiratete Kaerlein-Seip nicht Unbekanntes. Ihre neun Wanderjahre verbringt sie in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland. Sie arbeitet unter anderem in Basel und St. Moritz in der Spitzenhotellerie. Kurz nach der Meisterprüfung in Heidelberg ging es 2007 gleich zur Weltmeisterschaft ins US-amerikanische Chicago. Die Goldmedaille in der Patisserie gewinnt sie ein Jahr später bei der Olympiade in Erfurt.

Deutliche Startschwierigkeiten hatte sie mit ihrem Ladengeschäft im historischen Rothenburg ob der Tauber. Denn sie eröffnete kurz vor dem Beginn der Corona-Pandemie, die Touristen blieben weg. „An eiinem Tag habe ich nur ein Macaron verkauft“, erinnert sie sich an die bittere Zeit. Auch beim Verkauf lernte sie dazu. Die touristenlastige Laufkundschaft bleibt bei schlechtem Wetter aus, während ihr in Hochbach ihr die Stammkunden die Treue halten.

Handwerkliche Herstellung

Wer ihr Sortiment kennt, kommt gern. „Die Endverbraucher schätzen die handwerkliche Herstellung.“ Auf billige Rohstoffe wird bei Kaerlein-Seip verzichtet, sie kauft lieber direkt möglichst regionale Produkte ein. Das Mehl kommt von einer Mühle aus der Nähe, Eier und Milch von zwei Bauernhöfen aus der Gegend. Bis Schokolade, Pralinen und Co. verpackt sind, muss sie für sieben Arbeitsschritte zugreifen. „Man kann Handarbeit und Rohstoffe von außen nicht sehen, aber man erkennt es am Geschmack“, konstatiert sie stolz. Das tröstet sie auch selbst etwas über die „abartigen Preissteigerungen bei der Energie“ hinweg.

Neben Törtchen-Samstage hat sich die umtriebige Konditormeisterin noch einiges einfallen lassen. Kurse, um Tricks und Kniffe für Pralinen, Torten oder Dessert zu lernen, kann man in ihrem Onlineshop abschließen. Dort gibt es auch ein monatliches Pralinen-Abonnement.

Mittlerweile beschäftigt sie sieben Mitarbeiter inklusive Azubi. Für das dauerhafte Engagement für den Nachwuchs wurde sie von der Handwerkskammer für Mittelfranken als verdiente Ausbilderin ausgezeichnet. „Es ist aber manchmal auch schwierig, Mutter, selbstständig und Handwerkerin zu sein“, räumt die zweifache Mutter ein. Denn ihr Mann arbeitet rund 150 Kilometer entfernt. So müsse sie als Mutter auch mal ihre kranken Kinder auffangen. Trotzdem will sie kein Klagelied über Frauen im Handwerk anstimmen. „Ich bin ein Mensch und mache es einfach.“ Damit sei sie im Konditorenhandwerk nicht allein. Dort arbeiteten fast nur Frauen, viele auch selbstständig. Kaerlein-Seip hat in ihren Laden noch ein kleines Café eingerichtet. Von dort kann sie auf den Hof schauen oder durch die Glastür in die Werkstatt. Dann bilanziert sie zufrieden: „Ich liebe meine Arbeit uns ich habe ein gutes Team.“