Der Weg des indischen Physikers Jaspal Sodhi, Jahrgang 1964, hin zu seinem eigenen Unternehmen ist alles andere als typisch. „Ich bin nicht wegen der Arbeit, sondern aus Liebe zu einer deutschen Jurastudentin nach Deutschland gekommen.“ Nach Stationen als Einkäufer bei großen Verbrauchermarken entdeckte er in Italien die boomenden Markt für LED-Lichter. Das Thema kannte er von seinem Studium, aber damals waren noch keine LED-Produkte in Sicht. „Das war der Zufall meines Lebens.“ Er entschied sich 2012, seine Produktionsfirma zu gründen und damit seine Altdorfer LuxGlas Technology aus der Taufe zu heben.
Heute entwickelt er auch exklusive LED-Lichtlösungen, mit denen sich Weltmarken etwa auf Messen inszenieren. „Das kostet brutal viel Geld, dafür kann man sie nicht zu Dumpingpreisen in China einkaufen.“ Vor zwei Jahren brachte er unter dem Markennamen Blackglas auch Solarpanelen auf den Markt. Das Besondere daran: Sie lassen sich im Garten als Solar-Tisch oder Solar-Zaun-Element mit oder ohne Batterie Speicher einsetzen. Zum Marktstart konnte er für den Vertrieb einen Discounter gewinnen. „Ich tue das, was andere nicht Machen“, konstatiert der umtriebige Unternehmer. Und das mit Leidenschaft: „Ich will nicht in Rente gehen, ich arbeite bis ich sterbe.“
Typische Migranten-Gründung
Mit seiner Unternehmergeschichte fällt Sodhi auch unter die sogenannte Migrantenökonomie. In der deutschen Wahrnehmung ist sie zwar oft von Dönerbuden, Barbershops und Restaurants geprägt. Auch mit Blick auf mittelfränkische Unternehmen von Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind sie aber nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes. Das zeigen auch die bundesweiten Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim , dass kontinuierlich zum sogenannten Migrant Entrepreneurship forscht. In den letzten beiden Jahrzehnten ist die Zahl selbständiger Ausländer prozentual in etwa dreimal so stark angestiegen wie die bei den Deutschen.
Die ifm-Daten weisen darauf hin, dass der Anteil von Gastgewerbe und Handel seit Jahren sinkt Dafür wächst die Bedeutung von – teils wissensintensiven – Dienstleistungen. Die ethnische Ökonomie oder Migrantenökonomie steht im ganzen Land für etwa zwei Millionen Arbeitsplätze und eine wachsende Zahl an Ausbildungsplätzen.
