Hafen Nürnberg sichert Lieferketten

Hafen Nürnberg sichert Lieferketten

Der Hafen Nürnberg hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Der Containerumschlag lag im Corona-Jahr bei gut 275.000 TEU (Containermaß: twenty foot equivalent unit). Das waren fast 9 Prozent weniger als 2019. Der Hafen ist ein Güterverkehrszentrum und kombiniert die Lieferketten der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasser. Der Nürnberger Güterumschlag inklusive Hafen Roth von Schiff und Bahn kam 2020 auf insgesamt 3,7 Millionen Tonnen. Damit summiert sich der Rückgang auf gut 15 Prozent.

Verlierer war erneut der Bahnumschlag. Er sank überproportional um 14,6 Prozent auf 3,4 Millionen Tonnen. Bei den Güterarten lagen im Bahnverkehr Container und Mineralölerzeugnisse vorn und im Schiffsumschlag Düngemittel sowie Steine und Erden.

Das Nürnberger Hafenareal ist ein hochfrequentierter Logistikstandort. Er bündelt unterm Strich für verschiedene Güter die Langstreckenverkehre weg von der Straße auf Schiene oder Wasserstraße. Täglich werden damit rund 590 Lkw-Fahrten eingespart, rechnet der Hafen Nürnberg vor.

„Auch und gerade im Krisenjahr 2020 haben Bayernhafen Nürnberg und Bayernhafen Roth überzeugend unter Beweis gestellt, wie essentiell funktionierende Lieferketten für unser Zusammenleben sind“, sagt Peter Stäblein. Er ist seit Februar 2021 Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Hafen Nürnberg-Roth GmbH und damit für Nürnberg und Roth verantwortlich. Gemeinsame Dachgesellschaft mit den vier weiteren Häfen in Bayern ist der Bayernhafen, Gesellschafter ist der Freistaat.

Seit 2020 ist das Kombinierte Verkehr-Terminal per Intermodalzug auch mit dem norditalienischen Seehafen Triest verbunden. Von dort aus geht es per Seeschiff weiter nach Griechenland, in die Türkei und zu den angrenzenden Wirtschaftsräumen. Zu den transportierten Gütern gehören im Import wie im Export vor allem Automotivteile, Nahrungsmittel und Konsumgüter. Über die bewährten Intermodal-Verbindungen zur deutschen Nordseeküste, zum niederländischen Rotterdam oder zum italienischen Verona führt der Seeweg bis ins chinesische Chengdu.

Außerdem wickelte der Schwergutplatz auch vier jeweils rund 400 Tonnen schwere Trafos vom Nürnberger Trafowerk ab. Sie gingen zu einer Offshore-Windkraftanlage zwischen Norderney und Emden.