Noch bis Anfang Februar zeigt das Nürnberger Spielzeugmuseum die kleine Ausstellung „Spielträume und Alltagshelden“. Die Ausstellung begeht das 50-jährige Markenjubiläum der Fürther Spielwarenherstellers Bruder im vergangenen Jahr. Gleichzeitig feiert das Familienunternehmen in diesem Jahr seine 100-jährige Unternehmensgeschichte. Immerhin konnte das vergangene Jahr ein moderates Wachstum von 2,7 Prozent Verbuchen. „Unser Umsatzziel von 92 Millionen Euro haben wir erreicht‘, unterstreicht Paul Heinz Bruder, Familiensproß in dritter Generation. Damit liegt die Entwicklung seiner Traktoren, Stapler, Mähdrescher, Einsatzfahrzeuge oder LKWs im Maßstab 1:16 über den seiner Branchennachbarn. Die Fürther Simba Dickie Gruppe oder der Zirndorfer Playmobil-Hersteller hatten mit Umsatzrückgängen zu kämpfen.
Aber auch Bruder hatte mit hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie aus seiner Sicht überproportional gestiegenen Personalkosten umzugehen. Dadurch war sein Fürther Stammwerk deutlich betroffen, was unterm Strich zu einer schwachen Rendite führte. Zudem belasteten die US-Zölle das Exportgeschäft. Zudem sieht sich ebenfalls branchentypisch der Spielwarenproduzent nahezu unkontrollierten Produktimporte über asiatische Online-Plattformen ausgesetzt. Während sich die heimische Industrie mit komplexer Bürokratie auseinandersetzen und hohe Vorgaben der Europäischen Spielzeugrichtlinie erfüllen muss, würden ungetestete Billigprodukte und Plagiate aus Asien auf dem Luftweg direkt in die Hände von Kindern geliefert.

Besonders ärgerlich sei zudem die Produktpiraterie für den Markenhersteller. 2025 brachte ein solches chinesisches Produkt einem Bruder-Nachahmer einen „Plagiarius‘‘ ein. Diese Negativauszeichnung der Aktion Plagiarius e.V. wird für besonders dreiste Produktkopien verliehen. Für Bruder war es bereits das achte Mal, dass ein Plagiat eines seiner Produkte hervorgehoben wurde.
Die modellmäßigen Spielwaren werden weltweit in über 60 Ländern vertrieben. Der Exportanteil 2025 reduzierte sich zum Vorjahr um 2 Prozentpunkte auf 66 Prozent. Damit verbleibt Deutschland als stärkster Absatzmarkt, der das Jahr mit einem leichten Plus beschließen konnte. Die Zahl der Mitarbeiter war zum Ende des Geschäftsjahres mit 470 Beschäftigten stabil.
